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Die weltweiten Goldreserven

Definition des Begriffs "Goldreserve"

Als Goldreserve werden nationale Bestände des Edelmetalls Gold bezeichnet, die in verarbeitetem Zustand eingelagert sind. Die Goldreserve eines Staates wird meist von einer Zentralbank oder dem Finanzministerium verwaltet. Die Goldreserve ist Teil des Staatsschatzes, der auch andere Gegenstände enthält, wie zum Beispiel die Kronjuwelen in Monarchien. In der Regel wird der Singular des Begriffs Goldreserve verwendet, wenn damit der nationale Goldbestand eines einzelnen Staates gemeint ist. Aufgrund ihres hohen Wertes stellen Goldreserven besondere Ansprüche an die Aufbewahrung. Besondere Orte an denen Goldreserven gelagert wurden oder auch noch werden und deren Name sprichwörtlichen Charakter erhalten hat, sind in Deutschland der Juliusturm der Spandauer Zitadelle und das Golddepot bei Fort Knox in den USA.

Informationsgrafik über die aktuellen, weltweiten Goldreserven:

weltweite Goldreserven

 

 

 

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Zu welchen Zwecken dienen Goldreserven?

Geschichtlich betrachtet wurde Gold ursprünglich direkt als Zahlungsmittel verwendet, indem es zu Münzen geprägt oder zu Barren gegossen wurde. Das erste Papiergeld leitete seinen Wert üblicherweise davon ab, dass der Inhaber berechtigt war, es in Gold einzutauschen. Der Goldstandard als monetäres System verknüpft den Wert einer Währung mit einer bestimmten Menge Gold. Dies geschieht entweder direkt, in Form von Goldmünzen, oder als Papiergeld, das von einer entsprechenden Menge Gold gedeckt wird, die der Staat in seiner Goldreserve hält. Von einem reinen Goldstandard wird gesprochen, wenn tatsächlich für die gesamte umlaufende Geldmenge ein entsprechender Gegenwert in Gold vorhanden ist. Die Bedeutung als Goldstandard haben die Goldreserven im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts, in der Zeit zwischen dem Ende des ersten Weltkriegs und dem Nixon-Schock 1971, nach und nach verloren. In Sommer 1971 kündigte der damalige US Präsident Richard Nixon die Einlösbarkeit des US Dollar in Gold auf. Dieser Goldstandard war seit 1944 die Basis des Bretton-Woods-Systems, in dem die Wechselkurse der teilnehmenden Länder an den US Dollar und damit an einen Goldstandard gebunden waren. In der Folge verloren auch die nationalen Goldreserven der Notenbanken einen großen Teil ihrer Bedeutung. Sie dienen seitdem aber immer noch zur Absicherung gegen Wechselkursschwankungen des US Dollar und in Krisenzeiten.

Welche Bedeutung haben Goldreserven bei kriegerischen Auseinandersetzungen?

In Kriegszeiten kommt den Goldreserven gegnerischer Staaten häufig eine besondere Bedeutung zu, da der Transport dieses Teils des Staatsschatzes durch einen hohen Wert, ein großes Gewicht und das Volumen logistische Probleme aufwirft. Diese Eigenschaften können sowohl den Schutz, als auch an die Eroberung besonders schwierig gestalten, die Goldreserven aber auch als ein sehr lukratives Ziel erscheinen lassen. Beispiele aus dem zweiten Weltkrieg sind der vergebliche Versuch der belgischen Regierung, einen beträchtlichen Teil der Goldreserve nach Nordafrika in Sicherheit zu bringen, wo er nach der Eroberung von Belgien und Frankreich Deutschland in die Hände fiel, sowie der misslungene Versuch der deutschen Truppen, die Norwegischen Goldreserven in Oslo zu erobern. Da die Schweiz bis zum zweiten Weltkrieg das größte Handelszentrum für Gold in Mitteleuropa war, landeten große Teile der eroberten Goldreserven aus Deutschland auch bei der Schweizerischen Nationalbank. Der rumänische Staatsschatz wurde während des ersten Weltkriegs zur Sicherung nach Moskau verbracht und ist dort zum großen Teil auch verblieben, so dass die rumänische Regierung derzeit die Rückgabe von über 90 Tonnen Gold von Russland fordert. Ein anderes Beispiel ist der Rückzug der Nationalchinesischen Regierung vor den Kommunisten auf die Insel Taiwan im Jahr 1949, bei dem sie unter anderem auch die chinesische Goldreserve mitnahm. Diese Werte halfen in der Folge die Preise auf dem Inselstaat zu stabilisieren und den wirtschaftlichen Aufstieg zu fördern.

Weltweite staatliche Goldreserven

Die größte Goldreserve eines Einzelstaates besitzen, mit fast 8134 Tonnen, die USA. Diese lagern zu mehr als der Hälfte in dem bekannten Depot bei Fort Knox. Dies ist allerdings nur das zweitgrößte Golddepot der Welt. Den Rest der amerikanischen Goldreserve bewahrt die Federal Reserve Bank of New York, zusammen mit ausländischen Goldbeständen, in einem unterirdischen Depot in Manhattan auf. Hier lagern auch gut 45 Prozent der deutschen Goldreserve, die im internationalen Vergleich die zweitgrößte eines einzelnen Staates ist. Der gesamte Goldbesitz der Staaten der Europäischen Gemeinschaft, einschließlich der Goldreserve der Europäischen Zentralbank, übersteigt die US-amerikanischen Bestände um fast 30 Prozent und beträgt fast ein Drittel der gesamten staatlichen Goldreserven weltweit. An dritter Stelle folgt die Goldreserve des Internationalen Währungsfonds, die gut ein Sechstel kleiner ist, als der nationale deutsche Goldbestand. Auf dem vierten bis zehnten Platz finden sich Italien, Frankreich, die Volksrepublik China, die Schweiz, Russland, Japan und die Niederlande. Der Anteil des Goldes an den internationalen Währungsreserven ist zwischen 1980 und 2005 von 60 auf unter 9 Prozent zurückgegangen. Durch die kräftige Entwicklung des Goldpreises seit 2001 und eine gesteigerte Nachfrage der Notenbanken in den letzten Jahren ist dieser Anteil inzwischen wieder leicht angestiegen.

Die privaten Goldreserven der Welt

Der größte Teil der Goldbestände lagert allerdings nicht in staatlichen Depots, sondern in Privatbesitz. Hierfür ist insbesondere der Goldkonsum in Indien verantwortlich, der etwa ein Viertel der weltweiten Goldproduktion verbraucht und die Nachfrage in China noch deutlich übertrifft. Rund 800 Tonnen Gold werden in Indien jährlich, hauptsächlich zu Schmuck verarbeitet. Auch Indische Goldmünzen sind unter Privatanlegern sehr beliebt und finden reißend Absatz. Die Hälfte davon stammt aus dem Import. Indische Schmuckkästen und Tresore lagern schätzungsweise 18000 Tonnen Gold, was 11 Prozent des weltweiten Bestands ausmacht und rund das zehnfache dessen, was börsennotierte Fonds für private und institutionelle Anleger verwalten. Der weitaus bedeutendste dieser Fonds ist der SPDR Gold Shares Exchange Traded Fund, der im Herbst 2012 alleine bereits 1336 Tonnen Gold verwaltete. Dies ist mehr, als die restlichen Fonds insbesondere in Großbritannien, der Schweiz, Kanada und Südafrika besitzen. Im dritten Quartal 2012 wurden nach Zahlen des World Gold Council rund 41 Prozent des weltweit geförderten Goldes zu Schmuck verarbeitet. Weitere knapp vierzig Prozent entfielen auf private und institutionelle Anlageformen, also Münzen, Barren und börsennotierte Fonds (ETF). Der Anteil der ETFs ist dabei, im Vergleich zum Vorjahr, um 56 Prozent gestiegen. Ein weiterer Teil der privaten Goldreserven lagert als sogenanntes Tresorgold bei Banken und Edelmetallhändlern. Im Gegensatz zum ETF erhält der Anleger hier ein direktes Eigentum an Gold, das aber in der Regel im Tresor des Anlageinstituts verbleibt. Der Anleger hat beim Tresorgold aber üblicherweise das Recht, dieses abzuholen oder sich liefern zu lassen. Von diesem Recht machen aber nur wenige Anleger Gebrauch, da dies mit zusätzlichen Kosten, sowohl für den Transport, als auch für die Lagerung verbunden ist und auch den Wiederverkauf erschweren kann. In jeder Phase wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit steigen die Goldankauf Preise weiter und die Flucht der Privatanleger „ins Gold“ steigt rapide an. Es ist also davon auszugehen, dass die private Nachfrage nach Gold und anderen Edelmetallen weiter steigen wird.

Die deutsche Goldreserve nach dem zweiten Weltkrieg

Deutschland hat mit dem Neuaufbau der Goldreserve nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 begonnen. In den folgenden zwei Jahrzehnten erhöhte sich der Bestand bis auf 4000 Tonnen und beträgt derzeit rund 3396 Tonnen. Der größte Teil der deutschen Goldreserve, knapp 70 Prozent, liegen in ausländischen Tresoren. Das meiste lagert in den USA, gefolgt von Großbritannien und Frankreich. Den Rest bewahrt die Deutsche Bundesbank in Frankfurt auf. Die Praxis der Bundesbank, die Goldvorräte zum großen Teil außerhalb Deutschlands zu lagern, wird öfter kritisiert, hat aber auch einige Vorteile. Sie ist darin begründet, dass Deutschland die Goldreserve nach dem zweiten Weltkrieg neu aufbauen musste und das Gold zum großen Teil dort belassen hat, wo es die Bundesbank eingekauft hat. Ein Vorteil ist, dass die Zentralbanken in New York und Paris keine Lagergebühren von anderen Notenbanken erheben, wogegen sowohl der Transport nach Deutschland, als auch die Lagerung in eigenen Tresoren mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sind. Ein weiterer Vorteil der Aufbewahrung der Goldbestände an den internationalen Handelsplätzen ist, dass sie dort auch leichter in entsprechende Devisen getauscht werden können. Trotzdem hat die Bundesbank zu Beginn des Jahrtausends über 900 Tonnen Gold von London, wo derzeit jährlich rund eine halbe Million Euro an Lagergebühren fällig werden, nach Deutschland transferiert und will in den kommenden Jahren jeweils 50 Tonnen Gold aus New York holen, um es zu überprüfen, einzuschmelzen und auf den aktuell üblichen Reinheitsgrad für den internationalen Goldhandel, den Good-Delivery-Standard zu bringen.

Deutsche Goldreserven, hier wird es gelagert:

Die Goldreserve der Schweiz

In der Schweiz verwaltet die Schweizerische Nationalbank die nationale Goldreserve. Diese hat derzeit einen Umfang von 1040 Tonnen Gold und soll in einem Bunker unter dem Bundesplatz in Bern lagern. Offiziell wird dieser Lagerort zwar nicht von der SNB bestätigt, allerdings hatte sie 2001 einem Fotografen der Agentur Keystone erlaubt, ein Foto der Goldbestände im Inneren des Depots zu machen. Im Jahr 2008 veröffentlichte die Berner Zeitung Der Bund dieses Foto in einem Bericht. Anders als China und Russland hat die Schweiz ihre Goldbestände in den letzten Jahrzehnten allerdings deutlich reduziert. In den 90er Jahren lagerten noch fast 2600 Tonnen Gold in den Kellern der Schweizerischen Nationalbank.

Die weltweit größte Goldreserve in den USA

Lagerung der US Goldreserven in BankenDie weltweit größte, von einer einzelnen Institution verwaltete Goldreserve lagert in den USA. Die Goldbestände der Federal Reserve der Vereinigten Staaten von Amerika verdreifachten sich innerhalb von vier Jahren, nachdem Franklin D. Roosevelt 1933 den privaten Besitz von Gold in Form von Münzen, Barren und Zertifikaten verboten hatte. Um diese Goldbestände zu lagern, baute das amerikanische Finanzministerium 1936 das legendäre United States Bullion Depository bei Fort Knox. Obwohl dieses nur das zweitgrößte Depot der USA ist, wird in dem festungsartigen Gebäude bei Fort Knox der größere Teil der amerikanischen Goldreserve aufbewahrt, fast 4600 Tonnen. Im Gegensatz zum Depot der Federal Reserve Bank of New York in Manhattan, das rund 7000 Tonnen Gold enthält, liegt im Depot bei Fort Knox nämlich nur amerikanisches und kein fremdes Gold. Die Sicherheitsvorkehrungen (siehe Bild links) sind an allen Lagerstätten sehr streng und der Zugang ist nur für einen sehr kleinen Personenkreis möglich. Trotz zahlreicher Spekulationen über den Verbleib der US Goldreserven wurde bisher keiner Offenlegung der vorhandenen Bestände zugestimmt.

Die stark wachsende Goldreserve Russlands

Die russische Goldreserve ist die jüngsten unter den zehn weltgrößten staatlichen Goldbeständen. Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat die 1990 neu gegründete russische Zentralbank fast 1000 Tonnen Gold angekauft, den größten Teil davon erst nach der Jahrtausendwende. Die staatlichen russischen Goldbestände sind damit im einundzwanzigsten Jahrhundert am zweitstärksten angewachsen, nach den Beständen der chinesischen Zentralbank. Im Gegensatz zu den Staaten mit den größten Goldreserven, den USA, Deutschland, Italien und Frankreich, die bis zu einem Viertel ihrer Währungsreserven in Gold angelegt haben, beträgt der Anteil des Goldes an den gesamten Devisenreserven in Russland allerdings nur knapp 10 Prozent.

Wachstum von Wirtschaft und Goldreserve in China

Die Goldreserve der Volksrepublik China stammt ebenfalls erst aus jüngerer Zeit, da die vor den Kommunisten fliehenden Kuomintang unter Chiang Kai Shek die Goldreserve 1949 nach Taiwan mitgenommen hatten. Die staatlichen chinesischen Goldbestände sind insbesondere seit 2000 um 166 Prozent angewachsen, betragen aber immer noch nur knapp zwei Prozent der gesamten chinesischen Devisenreserven. Durch das Nachlassen des wirtschaftlichen Aufschwungs in China ist dort im letzten Jahr auch die Nachfrage nach Gold gesunken. Allerdings ist China in den letzten Jahren zum weltgrößten Goldproduzenten aufgestiegen und hat Südafrika 2007 von dieser Spitzenposition verdrängt, die der Staat am Kap Horn über 100 Jahre durchgehend inne hatte.