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Goldstandard

Der Begriff „Goldstandard“ umfasst ein Währungssystem, dass dadurch ausgezeichnet ist, dass es die gesamte Menge Geld eines Landes in Gold vorhanden ist. In diesem Fall spricht man von einem reinen Goldstandard. Dieser soll eine feste und stabile Währung garantieren. Die Münzen und das Papiergeld, das für den Umlauf bereitgestellt wird, wird im Gegenwert in Gold eingelagert. Zudem garantieren die Banken einen Preis für Gold, den sie bereit sind in Geldeinheiten herauszugeben. International ist der Goldstandard fixiert, das heißt, er ist mit den Preisen der einzelnen Währungen verbunden. Dies hat die Folge, dass auch der Wechselkurs fixiert ist.

Der reine Goldstandard wurde aus zwei Gründen eingeführt: Im Jahr 1717 war Isaac Newton der britische Münzminister und setzte als solcher den Goldpreis für Silber fest. Dieser festgelegte Preis war jedoch zu niedrig, was zur Folge hatte, dass das Silber aus dem Umlauf verschwand. Der zweite Grund für die Einführung des reinen Goldstandards ist die industrielle Revolution in England. Diese machte Großbritannien zu einer Handels- und Finanzmacht. Die Handelspartner Großbritanniens nutzten die dort vorherrschende Währungspolitik als Alternative zur verbreiteten Silberwährung. Dies hatte zur Folge, dass die großen Händler die Wahren nur noch in Gold zu handeln und ihre eigene Währung in Gold umzuwandeln. Es wurde letztlich ein fester Wechselkurs festgelegt, zu dem das Gold und die Wahren fortan gehandelt wurden. Dies machte die ersten Zentralbanken notwendig, dessen Aufgabe es wurde, die Goldreserven zu schützen und zu verwahren. Doch die Zentralbanken des neunzehnten Jahrhunderts bestanden auch darin, die Goldreserven in einem Umfang zu halten, der den reinen Goldstandard sichern konnte.

Im neunzehnten Jahrhundert gab es unterschiedliche Währungsbestimmungen, die es in manchen Ländern zuließen, sowohl Gold- als auch Silbermünzen zu prägen und herauszugeben. Diese Doppelwährung nennt man auch Bimentallismus. Allein Großbritannien nutzte uneingeschränkt die Goldwährung. In den deutschen Staate sowie in Russland, Ungarn und Skandinavien war die Silberwährung vorherrschend. Die reine Goldwährung hat den Nachteil, dass schon kleine Münzen mit einem geringen Prägewert zu wertvoll waren. Die kleinste Goldmünze hatte einen Wert, der mehreren Tagelöhnen entsprach. Daher war vor allem die untere Bevölkerungsschicht auf kleinere und günstigere Münzen angewiesen. Zu diesem Zweck führte man die Silbermünzen ein und es kam zu einem Doppelwährungssystem.

Die reine Form des Goldstandards wurde von 1870 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges genutzt. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor der Goldstandard langsam seinen Sinn und wurde im Jahr 1931 durch die Sterling-Krise gänzlich beendet. Auf das Währungssystem des reinen Goldstandards folgte das System von Bretton Woods.