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Italiens historische Währung

Die italienische Lira (ITL laut ISO-Währungscode) war bis zum Jahresende 2001 die offizielle Währung des Landes. Eingeführt wurde sie mit Gründung des Königreichs, zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den sardischen König Viktor Emanuel II. Man nutze die italienische Lira nicht nur in Italien, sondern auch in San Marino und in der Vatikanstadt.

Die Lira, deren Namen sich vom lateinischen Wort „libra“ für das römische Pfund ableitet, wird in einhundert Centesimi eingeteilt. Es handelt sich also um eine Dezimalwährung. Der Name der Währung hat den selben Ursprung wie das britische Pfund, daher teilen sich die beiden Währungen das Währungssymbol „₤“.

Zum Zeitpunkt der Euroeinführung kursierten Münzen mit einem Wert zwischen 50 und 1000 Lire, kleinere Werte waren gültig aber kaum noch in Gebrauch. Die Banknoten der italienischen Lira wiesen Werte von 1.000 bis 500.000 Lire auf, der 500-Lire-Schein war fast vollständig durch die Münze ersetzt. Dem 20.000 Lire-Schein war nur eine kurze Lebensdauer beschieden.

Fehlprägungen und Wechselkurse im Landesinnern

Bei der Prägung der 1.000 Lire-Münze im Jahr 1997 stach die innerdeutsche Grenze - sieben Jahre nach dem Mauerfall - hervor, die Grenzen zu den Nachbarländern fehlten jedoch. Die lang anhaltende Inflation im Land erklärt die hohen Werte der Landeswährung, für die als Abkürzung das englische Pfund-Zeichen, auch mit dem Zusatz "it", außerdem das große "L" oder die Bezeichnung "Lit" gebräuchlich ist. In San Marino und im Vatikan war die san-marinesische und die vatikanische Lira als eigene Währungen in Umlauf. Der Wechselkurs war fest an die italienische Lire gekoppelt. Bei Einführung des Euro als Buchgeld am 1. Januar 1999 und drei Jahre später als Bargeld mussten bald zweitausend Lire für den Gegenwert eines Euros aufgewendet werden. Die Zwei Euro-Münze sieht der 500-Lire-Münze zum Verwechseln ähnlich, Münzen und Scheine der alten Währung wurde bis Ende 2011 eingetauscht, ältere Serien wurden im Jahr 2006 wertlos.

Banca d'Italia wacht über die Stabilität ihrer Währung weltweit

Die Oberaufsicht über den Geldverkehr und das Gebaren der Banken in Italien führt die italienische Zentralbank Banca d'Italia. Geld ist ihr vordringliches Betätigungsfeld, ferner die Beratung in wichtigen Fragen der Finanzpolitik. In den Jahren des Ersten Weltkriegs stellte sie Kredite bereit, war für die Abwicklung von Kriegsanleihen verantwortlich und für Auslandsgeschäfte zuständig. Im Bankgesetz von 1893, das den Grundstein zu ihrer Entstehung gelegt hat, wurde festgesetzt, dass 40% der ausgegebenen Geldmenge durch Goldreserven abgedeckt sein müssen. Anfangs des 20. Jahrhunderts gelang es der Zentralbank, die Parität der Lira-Währung zum Gold wiederherzustellen.