Home USA Minnesota ist pleite (5/7/11)

Der US Bundesstaat Minnesota ist zahlungsunfähig!

Minnesota ist zahlungsunfähigDen USA droht der Bankrott. Wie die Pleite aussehen kann, können die Abgeordneten im Weißen Haus derzeit am Bundesstaat Minnesota beobachten. Seit Freitag ist Minnesota nämlich zahlungsunfähig und musste bereits zwei Drittel seiner Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den Zwangsurlaub schicken. Hintergrund ist der Streit zwischen Gouverneur Mark Dayton, einem Demokraten, und der republikanischen Parlamentsmehrheit um den Haushalt.

Nationalparks dicht, Bauarbeiten gestoppt!

Was die Zahlungsunfähigkeit im Einzelnen bedeutet, kann sich in Deutschland sicher niemand vorstellen. Der US-Bundesstaat Minnesota musste insgesamt 22.000 seiner staatlich Bediensteten nach Hause schicken, die vorerst kein Gehalt mehr bekommen. Als Folge haben zum Beispiel Nationalparks des Bundesstaates geschlossen, Bauarbeiten wurden eingestellt und Raststätten auf den Autobahnen geschlossen.

Insgesamt belastet den Haushalt von Minnesota ein Defizit, das auf ca. fünf Milliarden Euro taxiert wird. Eigentlich eine Summe, die angesichts des Schuldenbergs der USA gering erscheint. Das große Problem ist allerdings die Auseinandersetzung zwischen dem demokratischen Gouverneur und den Republikanern, die im Parlament von Minnesota die Mehrheit haben. Auf der einen Seite steht Mark Dayton mit höheren Steuern für Wohlhabende, auf der anderen Seite die Forderung nach staatlichen Einschnitten.

Die Leidtragenden der politischen Grabenkämpfe sind die unteren Einkommensschichten in Minnesota. Denn von der Schließung betroffen sind auch soziale Organisationen und die Hilfe für Alte, Alleinerziehende und Geringverdiener. Der „Shutdown“ in Minnesota könnte indes das Fanal für die Auseinandersetzung in Washington sein. Denn auch hier tobt ein ähnlicher Streit zwischen den beiden politischen Lagern. Allerdings sind dessen Auswirkungen im schlimmsten Fall dramatischer – wie der Schuldenberg mit 14,3 Billionen US-Dollar.

Rutschen die USA in die Zahlungsunfähigkeit, könnte dies mit einer Herabstufung der Bonität und Verwerfungen rund um den Globus einhergehen, was höchstwahrscheinlich auch Auswirkungen auf den Goldpreis haben wird, der in solchen Zeiten immer als Barometer für das Nervenkostüm der Anleger fungiert.

Stand: 05/07/2011