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Beginn der Goldprägung in Deutschland

Seit dem Aufhören der Merowingerherrschaft wurden, außer von den byzantinischen Kaisern, in ganz Europa lange Zeit keine Goldmünzen geprägt, sei es weil man, wie bereits früher erwähnt, immer noch gewohnt war, die Goldprägung als ein besonderes Vorrecht der gedachten Kaiser zu betrachten, sei es (und dies dürfte der wahrscheinlichere Grund sein) weil neben den überall verbreiteten und gekannten byzantinischen Soliden andere Goldmünzen schwer Eingang gefunden haben würden und größere Zahlungen in Gold meist nach dem Gewicht geleistet wurden. Erst im zwölften Jahrhundert, nach Besiegung der Araber in Unteritalien und Sizilien, begannen neben den byzantinischen Kaisern auch die Normannen daselbst Goldmünzen zu prägen, welche zum Teil noch arabische Aufschrift trugen. Ebenso schlug Kaiser Friedrich II. als König beider Sizilien in den Jahren 1197-1220 Goldstücke, welche nach dem Muster der antiken römischen Kaisermünzen geprägt waren und deshalb „Augustale“ genannt wurden. Dann begann man zur Befriedigung des bei dem steigenden Verkehr immer mehr hervortretenden Bedürfnisses an Geldstücken von größerem Wert, im Jahre 1252 in Florenz eine Gattung Goldmünzen zu prägen, welche auf der einen Seite das Wappen der Stadt, eine Lilie und die Umschrift FLORENTIA, auf der andern Seite das stehende Bildnis Johannes des Täufers in zottigem Mantel, die Rechte segnend erhoben und in der Linken den Kreuzstab haltend sowie eine Umschrift trugen. Sie erhielten nach der Prägestätte oder nach dem, auf der erstbeschriebenen Seite befindlichen Bild, den Namen „Floren“. Endlich wurde im Jahre 1284 in Venedig von dem Dogen Johannes Dandalo noch eine andere Gattung Goldmünzen geschlagen, welche auf der Vorderseite den vor Sanct Marcus knienden Dogen, auf der Rückseite das Bild Christi mit der schon auf älteren Silbermünzen vorkommenden Umschrift „Sit eibi Chrisie datus, quem tu regisiste ducatus“ zeigen und nach dem Schlussworte dieser Aufschrift später, nach einem Haus in Venedig, la Zecca, in welchem sich die Münzstätte befand, die Bezeichnung „Zecchino" erhielten. Eine andere, jedoch weniger Glauben verdienende Ableitung des Namens Dukaten ist die, dass die byzantinischen Kaiser Constantin X. (1059-1067) und Michael (1071-1078) sich auf ihren stark im Umlauf befindlichen Goldmünzen mit ihrem Familiennamen „Ducas“ nannten, und dass man daher den Münzen derselben, wie auch in der Folge andern Goldstücken den bezeichneten Namen beilegte. Die Floren sowohl, als die Dukaten oder Zecchinen gewannen bald über Italien hinaus Geltung und erhoben sich zur Bedeutung von Weltmünzen, doch erhielten letztere mehr im Orient Verbreitung, während erstere das Abendland beherrschten. Der Floren wurde im vierzehnten Jahrhundert auch in Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, Ungarn und selbst in Morea mit den ursprünglichen Typen vielfach nachgeprägt. Nur auf der Hauptseite steht bei diesen Nachahmungen statt des Wortes Florentia der Name, Titel usw. des betreffenden Münzherrn, während auf der Rückseite hinter dem Namen des Heiligen häufig kleine Beizeichen (Wappen und Münzmarken) vorkommen. In Deutschland, wo die Florene nach ihrem Metall auch den Namen Gülden (Gulden) erhielten, ersetzte man etwa seit 1370 die Lilie durch das Wappen des Münzherrn, behielt aber das Bild des heiligen Johannes mit dem Unterschiede, dass er später statt des Stabes oft das Lamm in der Linken trägt, noch lange Zeit bei. Das Recht, goldene Münzen zu prägen, hatten anfänglich nur die Kurfürsten, welchen es im Jahre 1356 durch die goldene Bulle vom Kaiser verliehen wurde, doch übten tatsächlich bald auch andere Fürsten und Städte dieses Recht aus. Die Erzbischöfe Gerlach von Mainz, Wilhelm von Cöln, Bohemund von Trier und Rupert, Pfalzgraf bei Rhein, waren die ersten Kurfürsten, welche Goldgulden prägen ließen. Dieselben hatten anfänglich einen Wert von fünfzehn bis 17 Groschen und behaupteten denselben auch während des vierzehnten Jahrhunderts. Im Laufe des fünfzehnten Jahrhunderts verringerte sich indessen in Folge der Gewinnsucht der Münzherren ebenso wie bei den Silbermünzen, auch bei den Goldgulden der Feingehalt, und wenngleich die vier rheinischen Kurfürsten wiederholt Münzverträge mit einander abschlossen, so hatten dieselben doch weniger den Zweck, der Verschlechterung des Geldes vorzubeugen, als den, ein einheitliches Münzsystem in ihren Staaten einzuführen, beziehungsweise zu erhalten. Dagegen bewahrten in Ungarn die Goldstücke bis auf die neueste Zeit ihren ursprünglichen Wert und fanden auch in Deutschland weite Verbreitung. Man unterschied daher hier die ungarischen Gulden (Dukaten) wohl von den rheinischen Gulden oder Florenen und nannte in der Folge erstere auch nur Dukaten, letztere Florene. Im Übrigen hatte die Einführung des Goldguldens insofern eine Umwandlung des gesamten deutschen Münzsystems zur Folge, als das genannte Goldstück nunmehr die Münzeinheit wurde und in Folge dessen an die Stelle der Silberwährung die Goldwährung trat. Während indessen die Ausprägung des Goldguldens allmählich einschlief und im 17. Jahrhundert ganz aufhörte, wurde nach dem Dukatenfuß noch lange gemünzt. Man prägte neben den ganzen Dukaten Teilstücke bis zu ganz geringen Wertbeträgen sowie doppelte, vier-, fünf- bis zehnfache Dukaten, welche unter dem Namen „Portugalöser“ bekannt sind.

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