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Was ist eine olympische Goldmedaille wirklich wert?

Viele stellen sich bei Olympische Spiele eine Goldmedaille als massives Stück Gold vor. Ist sie aber nicht. Nach den Vorgaben des International Olympic Committee besteht die Goldmedaille im Kern aus Silber (mindestens 92,5 % – praktisch Sterling-Silber) und bekommt nur eine Vergoldung von mindestens 6 Gramm Feingold. Das klingt nach wenig – und genau deshalb sind viele erst mal überrascht.

Der Haken (oder je nach Blickwinkel: der Aha-Moment) ist: Auch nur 6 Gramm Gold sind bei heutigen Kursen richtig Geld. Und weil die Medaille überwiegend aus Silber besteht, spielt der Silberpreis beim Materialwert fast genauso stark mit.

Wert der Olmypiamdedaillen im Ankauf

GoldmedailleSilbermedailleBronzemedaille
760,62 €kein Goldkein Gold
885,00 €885,00 €kein Silber

So setzt sich der Materialwert zusammen

Wenn Sie den echten Wert einer Olympiamedaille nüchtern bestimmen möchten, müssen Sie zwei Dinge sauber trennen: die Vergoldung und den Silberkern. Eine moderne Goldmedaille besteht nämlich nicht aus massivem Gold, sondern hat einen Kern aus Sterling-Silber und wird mit mindestens 6 g Feingold überzogen. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass viele Menschen den Materialwert zunächst komplett falsch einschätzen.

Der entscheidende Punkt: Der Materialwert ist kein fester Betrag, sondern hängt direkt am Tageskurs. Zusätzlich können Gewicht, Größe und Spezifikationen je nach Austragungsort variieren (Design, Abmessungen, mögliche Zusatzmaterialien). Die Berechnung bleibt aber immer gleich – schlicht nach Gramm und Kurs:

  • Goldanteil (Vergoldung): ca. 6 g Feingold × Goldpreis pro Gramm
  • Silberanteil (Kern): Silbergewicht in Gramm × Silberpreis pro Gramm
  • Ergebnis: Materialwert (das ist die Basis, nach der Edelmetalle bewertet werden – unabhängig von Symbolik und Sammlerwert)

Der ideelle Wert: Warum manche Medaillen unbezahlbar wirken

Neben dem reinen Edelmetallwert gibt es bei Olympiamedaillen noch eine zweite Ebene: den ideellen und sammlerischen Wert – und der lässt sich nicht sauber in Gramm oder Kursen ausdrücken. Entscheidend ist dabei vor allem die Provenienz: Wer hat die Medaille gewonnen, in welchem historischen Moment, und welche Geschichte hängt daran? Eine Medaille eines weltbekannten Spitzensportlers kann – falls sie überhaupt verkauft wird – um ein Vielfaches höher bewertet werden als eine vergleichbare Medaille aus einer Randsportart von einem weitgehend unbekannten Athleten.

Das zeigt sich immer wieder bei Auktionen: Es gab Fälle, in denen Medaillen relativ günstig den Besitzer wechselten, während Medaillen prominenter Namen in gemeinnützigen Versteigerungen oder bei Sammlerauktionen für sehr hohe Summen weggingen. So hart muss man es sagen: Nicht das Metall macht den großen Unterschied, sondern die Story dahinter. Für den klassischen Edelmetall-Ankauf zählt am Ende aber trotzdem in erster Linie der Materialwert – alles, was darüber hinausgeht, ist ein spezieller Sammlermarkt mit eigenen Regeln.

Wert von historischen olympischen Medaillen

BesitzerMedailleOlympische SpieleVerkaufspreis
Jesse OwensGoldmedailleBerlin 19361.466.574 US-Dollar
Fred SchuleGoldmedailleSt. Louis 1904545.371 US-Dollar
Mark WellsGoldmedailleLake Placid 1980310.700 US-Dollar
Wladimir KlitschkoGoldmedailleAtlanta 19961.000.000 US-Dollar

Materialwert ist berechenbar – der Rest ist Geschichte

Am Ende lässt sich der Wert einer olympischen Medaille in zwei Teile spalten. Der Edelmetallwert ist relativ klar: Goldmedaillen sind in der Regel Silbermedaillen mit Vergoldung – und trotzdem kann selbst diese dünne Goldschicht zusammen mit dem Silberkern heute erstaunlich viel Geld darstellen, weil Gold- und Silberpreise in den letzten Jahren deutlich angezogen haben.

Der zweite Teil ist der, den man nicht in Gramm messen kann: Ruhm, Moment und Provenienz. Eine Medaille kann für Sammler oder bei Charity-Auktionen ein kleines Vermögen wert sein – wenn sie mit einem ikonischen Namen oder einer historischen Geschichte verbunden ist. Für den Alltag gilt aber eine einfache Wahrheit: Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Medaille wert ist, müssen Sie zuerst klären, ob es um den Materialwert oder um den Sammlerwert geht. Und genau diese Unterscheidung verhindert die typischen Überraschungen – nach oben wie nach unten.

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