Die Galvanisierung ist eine Oberflächenveredlung!

galvanoDie Galvanisierung ist eine Oberflächenveredlung, die mit Hilfe von Strom in einem Bad funktioniert. In dem Bad werden Metalle abgeschieden, die in einer Flüssigkeit gelöst sind. Durch die elektronischen Pole (Pol und Gegenpol) wird festgelegt, wo sich das Metall ablagern soll. Der elektronische Gegenpol ist immer der Ablagerungsort des entsprechenden Metalls. Der Ablauf der Galvanisierung ist im Grunde der gleiche wie bei der Elektrolyse. Ein Metall oder eine Metallverbindung wird in einer chemischen Lösung gelöst und mit Hilfe von Elektrolyse dann gespalten. Anschließend legt sich das gelöste Metall auf einem elektrisch leitenden Gegenstand nieder, der sich ebenfalls in dem Bad befindet.

Man nutzt die Galvanisierung unter Anderem um Werkzeuge zu schützen, beispielsweise durch Vernickeln. Sie sind dann nicht mehr anfällig für Rost. Beinahe alle Scheren sind auf diese Weise bearbeitet worden, bevor sie verkauft werden. Daher rosten sie so gut wie nie. Doch auch zahlreiche andere Gegenstände werden durch die Galvanisierung auf diese Art und Weise „veredelt“. Daher heißt die Galvanisierung auch Oberflächenveredlung.

Galvanisierung ist, ganz einfach ausgedrückt, die Veredelung eines Gegenstandes aus einem elektrisch leitendem Metall, durch eine dünne Schicht eines anderen Metalls unter Zuhilfenahme von Strom.

Galvanisierung von Edelstahlbesteck

Unter Anderem wird auch Edelstahlbesteck galvanisiert. Es wird mit Gold überzogen, manchmal komplett oder auch nur teilweise. Zum einen sollen Speisen besser schmecken, wenn sie mit Goldbesteck gegessen werden, da Gold absolut geschmacksneutral ist. Zum anderen kann das Besteck auf diese Weise nicht mehr anlaufen und muss nicht regelmäßig poliert werden. Auch Schmuck und Münzen werden galvanisiert. Ist ein Schmuckstück mit Gold überzogen, wird es selbstverständlich wertvoller. Je dicker die Goldschicht ist, umso wertvoller wird der Schmuck.

Der Gründer der Galvanotechnik ist Moritz Hermann von Jacobi. Er lebte 1801-1874 und kopierte Münzen mit Hilfe von Elektrolyse. Das erste Buch über die „Galvano-Plastik“ wurde von ihm geschrieben und erschien 1838. Es kann heute noch in München, im Deutschen Museum eingesehen werden. Seine Untersuchungen stellten klar, wie man aus einem nicht-leitenden Gegenstand einen leitenden machen kann, was für die Galvanisierung unumgänglich ist. Um dies zu ermöglichen nutze Jacobi Strom.

Heutzutage kann jeder Laie zu Hause galvanisieren. Hierzu werden sogenannte Galvanisierungs-Sets verkauft. Dabei unterscheidet man die Tampon-Galvanisierung und die Tauchbad-Galvanisierung. Die nötigen Arbeitsschritte sind jedoch identisch.

Galvanisierungs-Sets zum selber galvanisieren

Der zu galvanisierende Gegenstand muss absolut sauber sein und sollte vorher gründlich gereinigt werden. Anschließend ist eine gründliche Entfettung notwendig. Der Gegenstand muss absolut fettfrei sein. Der Gegenstand wird dann nochmals abgespült und muss getrocknet werden. Sobald er trocken ist, muss der Gegenstand elektrisch leitfähig gemacht werden, man versieht ihn beispielsweise mit Silberleitlack. Anschließend wird der Gegenstand als Kathode an den Minuspol der Stromquelle angeschlossen. Die Anode wird an den Pluspol angeschlossen. Bei der Vergoldung oder der Versilberung wird eine Edelstahlplatte verwendet (Elektrolyt = Gold: 2 – 3 Volt, Elektrolyt = Silber: 1 – 3 Volt). Dann wird der zu galvanisierende Gegenstand in das Elektrolydbad eingetaucht und die Galvanisierung beginnt. Zur Nachbehandlung wird der Gegenstand erst in Seifenlauge und dann in Wasser getaucht. Anschließend sollte der Gegenstand gründlich getrocknet werden und kann dann weiter behandelt werden.