Vergolden und Galvanoplastik

Gold als Edelmetall hat eine besondere Geschichte. Und genießt nach wie vor einen hohen Stellenwert. Wahrscheinlich ein Grund, warum alles, was in einem goldenen Glanz erstrahlt, als besonders wertvoll gilt. Auch wenn das Gold lediglich eine dünne Schicht auf der Oberfläche ausmacht. Ohne das Vergolden wäre die Pracht unzähliger Paläste und Kirchen nicht im Ansatz denkbar gewesen.

Heute wird allerdings nicht mehr wie noch vor 250 Jahren mit Blattgold von Hand vergoldet. Einfacher und schneller ist das Galvanisieren. Dabei entsteht ein feiner und gleichmäßiger Goldüberzug auf allen nur erdenklichen Gegenständen. Selbst Galvanoplastik als Kunst ist mit dieser besonderen Technik möglich, die sich Physik und Chemie zunutze macht. Wie funktioniert das Vergolden mithilfe des Galvanisierens?

Galvanik – Vergolden ohne Blattgold

Blattgold war lange die Technik, um Gegenstände zu vergolden. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aber eine neue Methode, wie man Dinge mit einem Überzug aus Metall versehen konnte – die Galvanik. Dabei macht man sich eine Eigenschaft der Metalle zunutze. Werden in ein Bad zwei Elektroden gehalten, von denen eine aus Metall ist, wandern durch den Stromfluss Metallionen von der Anode zur leitenden Kathode.

Ist die Anode zum Beispiel aus Nickel, würde die Kathode nach einiger Zeit mit einer dünnen Schicht Nickel überzogen sein. Ähnlich funktioniert das Vergolden mithilfe der Galvanik. Diese Methode eignet sich aber noch zu einem ganz anderen Zweck – der Herstellung einer Galvanoplastik. Dabei wird im ersten Schritt eine Abformung, sprich das Modell, hergestellt.

Versehen mit einer leitfähigen Oberfläche, fungiert die Abformung als Kathode und fängt Goldionen ein. Läuft der Prozess lange genug, entsteht nicht nur ein hauchdünner Überzug auf der Abformung aus Kunststoff oder Wachs, sondern eine filigrane und dünnwandige Figur – die Galvanoplastik. Anschließend muss nur noch die Abformung von der Plastik gelöst werden. Und fertig ist ein kleines Kunstwerk, dass durch und durch aus Gold ist – ohne jemals einen Goldschmied gesehen zu haben.