Ratgeber: Schmuck & Gold zuhause testen

Sie besitzen Gold oder Schmuck und möchten die Echtheit bestimmen? Für Privatpersonen ist die Prüfung aufgrund fehlender Möglichkeiten nicht ganz einfach. Wir haben Ihnen in diesem Ratgeber einige Möglichkeiten zusammengefasst wie Sie Gold und Schmuck trotzdem testen können.

Methoden um Gold und Schmuck zuhause zu testen
Schmuck und Gold mit Punze erkennen Gold mit Magnet prüfen Gold Strichprobe mit Säure
Test mit Punze Test mit Magnet Test mit Säure

Schmuck und Gold anhand der Punze bestimmen

Sie benötigen für den Test: Eine Lupe oder ein Vergrößerungsglas

Die Mehrzahl der sich im Umlauf befindlichen Schmuckstücke sind mit einer sogenannten Punze gekennzeichnet. Dieser Stempel, der sich meist an einer unscheinbaren und schwer einsehbaren Stelle des Schmuckstückes befindet, kann Ihnen Auskunft geben ob Sie ein vollgoldhaltiges Schmuckstück vorliegen haben. In Deutschland sind folgende Goldpunzenn weit verbreitet: die Punzen 333, 585 und 750. Die Punze zeigt Ihnen nicht nur an, dass es sich um echtes Gold handelt, sondern lässt auch Rückschlüsse auf die entsprechende Legierung zu. Die Punze 585 steht beispielsweise für einen 58.5%igen Feingoldanteil. Je höher der Feingoldanteil ist umso wertvoller ist Ihr Schmuckstück auch.

Beispiel: ein GoldringGewichtAktueller Ankaufswert
Goldring aus 333er Gold 10 Gramm 154,60 €
Goldring aus 585er Gold 10 Gramm 273,30 €
Goldring aus 750er Gold 10 Gramm 350,40 €
Erkenntnis: Obwohl alle drei Goldringe exakt dasselbe Gewicht haben, sind diese unterschiedlich wertvoll. Ein 333er Goldring ist wesentlich weniger wert als ein 750er Goldring. Die Legierung ist also sehr wichtig und entscheidend bei einem möglichen Verkauf.

Achtung: Sehr selten kommt es vor, dass Schmuckstücke mit falschen Punzen versehen wurden um einen betrügerischen Vorteil zu erzielen. Der Fachmann spricht dann auch von sogenanntem Autobahngold - als Gold punziertes Gold, das meist nur vergoldet ist oder nicht einmal eine Vergoldung aufweist. Meist handelt es sich um eine wertlose Kupfer- oder Nickellegierung.

Schmuck und Gold mit einem Magnet testen

Sie benötigen für den Test: einen Magneten

Gold und Goldschmuck ist nicht magnetisch. Testen Sie Goldketten, Goldringe und andere Gegenstände, die goldfarben sind und wie echtes Gold wirken, mit einem möglichst starken Magneten. Wenn der Magnet an Ihrem Testling haften bleibt, können Sie sich sicher sein, dass Ihr Gegenstand nicht aus echtem Gold gefertigt wurde. Beachten Sie in diesem Zusammenhang jedoch unbedingt unsere wichtigen Hinweise.

Wichtiger Hinweis zum Test mit einem Magneten: In den Verschlüssen von Goldketten wird zur Festigung fast immer ein kleiner Eisendraht mit verarbeitet. Dieser ist auch geringfügig magnetisch. Wenn Ihr Magnet also nur auf dem Verschluss haften bleibt und der Rest der Kette nicht magnetisch ist, kann es sich also trotzdem um echtes Gold handeln. Es gibt außerdem auch noch andere Gegenstände, die leicht magnetisch sein können und trotzdem aus echtem Gold gefertigt wurden: Manschettenknöpfe beispielsweise.

Unser Fazit dieser Testmethode: Der Magnetismus Test ist an Goldringen und Ketten gut anzuwenden. Bei Ketten darf nur der Verschluss leicht magnetisch sein, nicht jedoch die Kettenglieder selbst. Goldringe können ebenfalls gut geprüft werden, da diese auf keinen Fall magnetisch sein dürfen. Der Nachteil bei diesem Test ist jedoch, dass es viele Goldfälschungen gibt, die aus einer Kupfer- oder Nickellegierung hergestellt wurden. Da weder Kupfer noch Nickel magnetisch ist, ist der Test nur eingeschränkt zu empfehlen und allenfalls eine zusätzliche Absicherung zu einer anderen Testmethode.

Schmuck und Gold mit Prüfsäure testen

Sie benötigen für den Test: Ein Prüfsäure Set und eine Einweisung

Eine zuverlässige Methode, Gold und Schmuck auf eine Goldlegierung hin zu testen ist die sogenannte Strichprobe, die mit der sogenannten Prüfsäure für Gold vollzogen werden kann. Die auf Salpetersäure basiernende Prüfflüssigkeit kann zwischen den wichtigsten Goldlegierungen unterscheiden. Daher können Sie nicht nur feststellen, ob Ihr Prüfling überhaupt aus Gold gefertigt wurde, sondern sogar welche Goldlegierung zur Herstellung verwendet wurde. Neben der sehr minderwertigen 333er Goldlegierung kann man mit Prüfsäure auch noch zwischen 585er Gold und 750er Gold unterscheiden.

Sollten Sie kein Prüfsäureset besitzen, können Sie dieses über den Fachhandel erwerben. Viele Verkäufer von Gold Prüfsäure wollen jedoch einen Nachweis übermittelt bekommen ob der Käufer gewerblich tätig ist. Viele Händler verkaufen keine Prüfsäure an Privatpersonen.

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Prüfsäure kaufen: bitte nur im Fachhandel

Was ist eigentlich eine Gold Prüfsäure?

Die Gold Prüfsäure ist eine spezielle Mischungen aus Salpetersäure mit etwas destilliertem Wasser und Salzsäure, welche bei einem bestimmten Mischverhältnis auch als  Königswasser bezeichnet wird.

Sollten Sie Prüfsäure besitzen gehen Sie zur Echtheitsbestimmung bitte wie folgt vor:

Schritt 1: Schmuck anfeilen

Feilen Sie Ihr Schmuckstück großzügig an um eine eventuelle Vergoldung zu entfernen

Schritt 2: Schmuck an der Prüfplatte reiben

Reiben Sie die angefeilte Stelle Ihres Testlings mit entsprechendem Druck an der beiliegenden Prüfplatte auf und ab, bis ein gut sichtbarer, goldener Abrieb in Form eines Striches auf der Platte zurückbleibt.

Schritt: beginnen Sie mit der Prüfsäure für 333er Gold

Bei einer völlig unbekannten Goldlegierung beginnen Sie den eigentlichen Test am besten mit der Prüfsäure für 333er Gold. Bestreichen Sie den goldfarbenen Strich auf der Prüfplatte mit der Prüfsäure und beobachten Sie die Veränderung ganz genau. Wenn der goldfarbene Strich deutlich verblasst bzw. wenn sich der Strich komplett auflöst können Sie davon ausgehen, dass das getestete Schmuckstück nicht aus Gold gefertigt wurde oder der verwendete Goldanteil unbedeutend ist. Wenn der Strich jedoch auf der Platte "stehen bleibt" und keine Veränderung eintritt, dann wissen Sie, dass es sich mindestens um 333er Gold handeln muss. Setzen Sie den Test also fort und fertigen Sie einen weitren Strichabrieb auf der Prüfplatte an und wiederholen Sie den Test mit der Prüfsäure für 585er Gold. Sollte der Strich ebenfalls bestehen bleiben wiederholen Sie den Vorgang schließlich noch mit der Prüfsäure für 750er Gold.

Fazit dieser Testmedthode: Man benötigt Erfahrung und Prüfsäure. Beides ist bei Konsumenten meistens nicht vorhanden. Diese Testmethode ist daher kaum für private Personen zu empfehlen.