Glory Hole

Glory Hole

Als Glory Hole bezeichnet man große Goldablagerungen am Boden eines Wasserfalles.

Im Bergbau existieren viele unterschiedliche Fachbegriffe, die auf den Laien anfangs unverständlich und verwirrend wirken. Das beste Beispiel sind Fachtermini wie der Stoß (als Bezeichnung für die senkrechten und schrägen Wände eines Stollens) oder die Ortsbrust (als Bereich, in dem ein bergmännischer Vortrieb stattfindet). So verwirrend die unterschiedlichen Termini auch sein mögen - in der Regel ist deren Bedeutung relativ eindeutig.

Allerdings gibt es Begriffe im Bergbau, die sich nicht auf nur eine Bedeutung festlegen lassen. Das beste Beispiel hierfür ist ein sogenanntes Glory Hole. In der englischsprachigen Bergbauindustrie werden damit verschiedene Erscheinungen belegt.

Glory Hole - mehr als eine Goldlagerstätte

Eine der wahrscheinlich bekannteren Deutungen des Begriffs Glory Hole bezieht sich auf den Abbau von Gold - speziell im Bereich von Fluss- und Bachsedimenten. In der Regel sind solche Seifenlagerstätten im Strömungsschatten von Flussbiegungen oder hinter Sedimentbänken zu finden. Allerdings kann es passieren, dass sich am Fuße eines Wasserfalls, dort wo die Strömungsenergie konzentriert angreift, über einen längeren Zeitraum Sedimentfallen bilden.

Das Wasser höhlt den Untergrund zunehmend aus. Und je tiefer diese Erscheinung ist, umso deutlicher der Effekt, denn das Ganze auf mitgeführte Sedimentpartikel hat. Durch die Veränderungen in der Strömungsenergie kommt es zu einer proportionalen Variation in der Transportenergie, weshalb schwere bzw. sehr dichte Partikel nicht mehr in der Wassersäule gehalten werden können - sie sinken ab und reichern sich an. Am ehesten passt auf diesen Effekt die deutsche Bezeichnung des Strudeltopfs. Ist in der mitgeführten Sedimentfracht Gold enthalten, kann die Transportenergie am Fuß des Wasserfalls soweit absinken, dass das Edelmetall abgelagert und durch diesen Prozess im „Glory Hole“ konzentriert wird.

Glory Hole Goldbergbau

Es entsteht auf diese Weise ein sehr goldhaltiges Sediment, dessen Aufarbeitung sich für den Goldsucher lohnt. Glory Holes versprechen also eine umfassende Ausbeute, die deutlich über jenen Erträgen liegt, die sich aus den „klassischen“ Fundstellen der Flussseifen gewinnen lassen. Die Bezeichnung Glory Hole wird im Bergbau aber noch an anderer Stelle gebraucht. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Vertiefung handeln, die entsteht, wenn senkrecht bzw. trichterförmig nach oben verlaufende Erzlagerstätten abgebaut werden. Entweder im übertägigen Verfahren (Tagebau, open pit mining) oder untertägig gewonnen, entsteht eine sichtbare Geländemarke.

Das Glory Hole beim Untertagebergbau geht dabei im Wesentlichen auf die Tatsache zurück, dass der Erzkörper untertägig an seiner Basis angefahren, das erzhaltige Gestein mittels Sprengung durch die Förderstrecke abgezogen und ein Hohlraum hinterlassen wird. Über Tage kommt es anschließend zu Setzungen bzw. dem Einbruch des Hangenden (den darüberliegenden Schichten). Es entstehen Geländemarken wie die Pingen zu Altenberg und Geyer (beides Erzgebirge/Sachsen). Bleibt das Ausmaß eines Glory Holes im Zusammenhang mit dem einer großen Goldablagerung am Wasserfall räumlich übersichtlich, können Tagebaue bzw. Einbruchstrichter Ausdehnungen von mehreren hundert Metern in Durchmesser und Tiefe erreichen (einer der tiefsten Tagebaue ist mit 1 km Tiefe im chilenischen Chuquicamata).

Video zum Thema Glory Hole