Der Rubel - eine Konstante in der russischen Geschichte

Der Rubel rollt - und das schon seit mehr als einem halben Jahrtausend. Einigen Quellen zufolge wurden die ersten Rubel Münzen bereits im 14. Jahrhundert geprägt und verwendet. Die erste bekannte Nennung des Rubels findet man in einem Schriftstück aus dem Jahr 1321. Demnach löste der Rubel die bis dahin gängigen Metallbarren ab, die bis zu diesem Zeitpunkt als Währung auf dem Gebiet der heutigen Russischen Föderation fungierten.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der Rubel erstmals in 100 Kopeken unterteilt. Im Jahr 1769 wurden unter Katharina der Großen die ersten Rubel Scheine an die Bevölkerung ausgegeben. Bis zum Ersten Weltkrieg war der Rubel an den Goldstandard gekoppelt. Die Rubel Münzen enthielten einen festgelegten Anteil an Silber und, bei höheren Nennwerten, einen ebenfalls festgelegten Anteil an Gold.

Nachdem sich dies änderte und eine große Menge von Papiergeld ausgegeben wurde, litt der Rubel zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts unter einer Hyperinflation. Bis in die sechziger Jahre hinein schwankte der Wert des Rubels stark und stabilisierte sich nicht. Hierfür gab es diverse Gründe. Es kam immer wieder zu Problemen, wie einer hohen Inflationsrate, Senkungen der Geldmenge durch das erzwungene Einführen von Papiergeld und die Neuausgabe von Kopeken, Rubel Münzen und Scheinen mit niedrigem Nennwert. Daraufhin wurde eine neue Währung mit dem Namen Rubel eingeführt. Sie bestand hauptsächlich aus Gold-, Silber- und Bullionmünzen. In der Zeit von 1921 bis 1931 hatten diese Münzen Bestand, man spricht in diesem Zusammenhang vom sowjetischen Rubel. Der Zweite Weltkrieg war schließlich ausschlaggebend dafür, dass der sowjetische Rubel erneute einer Inflation zum Opfer viel und sich sowohl äußerlich als auch in seinem Münzwert erneut veränderte.

Bis zum Ende der Sowjetunion behielt der Rubel seine Parität mit dem britischen Pfund und einen stabilen Wechselkurs, anschließend litt Russland erneut unter einer Hyperinflation. 1998 wurde die heutige Rubel Währung eingeführt, ein neuer Rubel entsprach 1000 alten Rubel.

 Weiche Währung

Rubelscheine

Seit der Währungsreform von 1998 gibt es 8 verschiedene Münzen und 7 unterschiedliche Rubel-Scheine. Die Münzen im Wert von 1 und 5 Kopeken werden aufgrund des geringen Wertes nur selten ausgegeben, häufiger finden sich Geldstücke mit einem Wert von 10 und 50 Rubel.

Daneben gibt es auch Münzen mit einem Nennwert von 1, 2, 5 und 10 Rubel. Scheine im Wert von 5 und 10 Rubel befinden sich ebenfalls im Umlauf, wobei die 5-Rubelscheine nicht mehr gedruckt werden.

Zusätzlich gibt es in Russland 50, 100, 500, 1000 und 5000 Scheine. Diese sind mit bekannten russischen Bauwerken bedruckt. Die internationale Bedeutung des Rubel ist aufgrund der wirtschaftlichen Probleme des Landes und seines Status als sogenannte „weiche Währung“ eher gering. Dementsprechend niedrig ist der Wechselkurs zu wichtigen Währungen wie dem Dollar oder dem Euro. Auch innerhalb Russlands genießt der Rubel bis heute wenig Vertrauen.

Der Rubel wird nicht nur in Russland als Landewährung genutzt, auch wenn der allgemeine Begriff „Rubel“ meistens den russischen Rubeln beschreibt. Es existieren noch Weißrussische Rubel und Transnistrische Rubel. Der Transnistrische Rubel wird in der Moldauischen Republik verwendet.

In verschiedenen Teilen des Landes nennt man den Rubel auch Karbowanez, Zelkowy oder Rublewik. Die ältesten Münzen werden auch „Silberner“ (Serebrenik) oder „Goldener“ (Gulden) genannt.