Seifengold – Gold in Flüssen und Bächen

Gold kommt in der Natur an unterschiedlichsten Orten vor. 2010 waren allein für das gelbe Edelmetall fast 20.000 Fundorte bekannt. Das Bild vom dunklen Bergwerk trifft aber nur auf einen Teil dieser Fundorte zu. Denn Gold lässt sich nicht nur in Form von Erz an die Erdoberfläche holen.

In einigen Fällen liegt es bereits an der Oberfläche und muss nur noch eingesammelt werden. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Aber das Bild vom Goldnugget auf der grünen Wiese trifft den Nagel auf den Kopf – zumindest annähernd. Denn goldhaltige Erzkörper stecken nicht nur in der Erdkruste. Sie reichen mitunter bis an die Oberfläche, streichen hier aus und sind damit der Verwitterung ausgesetzt.

Selbst an Gestein und Erzen nagt der Zahn der Zeit. Und damit gelangt das Gold früher oder später in den Wasserkreislauf. Eine wichtige Voraussetzung, um in Flüsse zu gelangen und zum Stoff zu werden, aus dem Goldwäscher-Träume sind. Gold, das aus Flüssen gewonnen wird, bezeichnet man auch als Seifengold.

Wie entsteht Seifengold?

Die Entstehung von Seifengold ist in der Theorie recht einfach. Der Erzkörper verwittert, das Gold wird dabei freigesetzt und über Bäche bzw. Flüsse abtransportiert. Aufgrund der hohen Dichte des Edelmetalls setzt es sich überall dort ab, wo die Fließgeschwindigkeit bzw. Strömungsenergie abnimmt. Daher ist Seifengold nicht über den gesamten Flussquerschnitt zu finden, sondern nur an bestimmten Stellen.

Wer als Goldwäscher die Dynamik von Bächen und Flüssen kennt, hat diesbezüglich natürlich einen enormen Vorsprung. In der Geologie werden Goldseifen übrigens als sekundäre Vorkommen bezeichnet, da das Seifengold eigentlich einen anderen Ursprung hat. Mithilfe der Seifen lässt sich aber nicht nur Gold aus Flusssanden gewinnen. Geologen können den Spuren des Seifengolds folgen und somit auf die primäre Lagerstätte stoßen.

Seifengold in Deutschland

Für große abbauwürdige Goldseifen ist Deutschland mit Sicherheit nicht berühmt. Aber es gibt sie auch hierzulande. Unter anderem sind Funde von Seifengold in Rhein, Isar, Donau oder Schwarza (Thüringen) belegt. Im großen Stil wird Gold aus einer Seifenlagerstätte dagegen in Südafrika abgebaut.