Wo kommen Seltene Erden vor?

Seltene Erden sind in aller Munde. Nicht zuletzt die chinesische Kontrolle über weite Teile der Reserven haben die lange unbekannten Metalle in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Zu den wichtigen Vertretern der Seltenen Erden gehören unter anderem Scandium, Europium, Cer und Lanthan. Obwohl in der Erdkruste häufiger als viele Edelmetalle vorhanden, haben Seltene Erden in den vergangenen Monaten zunehmend für Spannungen gesorgt. Der Grund: 120.000 Tonnen förderte China allein 2009 mehr als 90 Prozent der Seltenen Erden im weltweiten Maßstab.

Seltene Erden – Vorkommen rund um den Globus

Eine Tatsache, die leicht darüber hinweg täuschen kann, dass Lagerstätten für Metalle der Seltenen Erden rund um den Globus existieren. Abgebaut werden Seltene Erden unter anderem in Vorkommen Indiens, Brasiliens und Malaysias. Aber auch auf anderen Kontinenten sind Vorkommen bekannt, wie Australien, Nordamerika und auf Grönland.

Was den Abbau von Seltenen Erde so schwierig macht, ist die Tatsache, entsprechend reiche Vorkommen zu finden. Denn Seltene Erden sind nur in wenigen Mineralen verschiedener Gesteinsformationen konzentriert vorhanden. Dazu gehört Bastnäsit, ein Mineral, dass in Seltene Erden Vorkommen immer wieder auftaucht und vor allem die leichteren Vertreter enthält, zu denen Lanthan, Cer und Neodym zählen.

Bastnäsit-Vorkommen sind unter anderem aus Fen in Norwegen, Bayan Obo (Mongolei), Malawi und Mountain Pass (USA) bekannt. Hier tritt Bastnäsit in Vergesellschaftung von Karbonatiten auf. Eines der weltweit größten Seltene Erden Vorkommen liegt in Australien. Die Lagerstätte Mount Weld, ein mit Karbonatit gefüllter Vulkanschlot, verfügt über Reserven von rund 1,4 Millionen Tonnen. Neben diesen magmatischen Vorkommen der Seltenen Erden lassen sich die Metalle auch aus Monazit-Sanden in Seifenlagerstätten gewinnen, die unter anderem in Indien, Brasilien und Malaysia entdeckt wurden.

Seltene Erden – Vorkommen in Deutschland

Dass Seltene Erden eigentlich gar nicht so selten sind, zeigt das Beispiel Deutschland. Auch hier wurden in der Vergangenheit Karbonatit-Komplexe entdeckt. Ein bekanntes Vorkommen liegt in Storkwitz bei Delitzsch (Sachsen). Im Zuge der Uran-Exploration stießen die Geologen zu DDR-Zeiten auf einen Karbonatit-Komplex mit Seltenen Erden, der in den Hauptbestandteilen Cer, Lanthan, Neodym und Praseodym enthält.

Allerdings sind die Vorkommen hierzulande eher begrenzt. Wesentlich mehr Aussicht auf Erfolg scheint Grönland zu versprechen. Das Kvanefjeld-Vorkommen gilt als aussichtsreicher Kandidat, um in Zukunft die Stellung der chinesischen Reserven zu brechen. Prognosen gehen davon aus, dass in Grönlands Boden mehr als 2,5 Millionen Tonnen der begehrten Metalle schlummern. Allerdings ist mit einem Abbau erst in den nächsten Jahren zu rechnen, da sich die Vorkommen derzeit noch in der Erkundungsphase befinden und das nötige Know-how vor Ort zur Verfügung stehen muss.