Seltene Erden

Seltene ErdenDie Metalle der Seltenen Erden, wie es eigentlich richtig heißen müsste, haben in den vergangenen Monaten die Gemüter angeheizt. Der Grund: China, derzeit größter Produzent dieser besonderen Metalle, kontrolliert die Ausfuhren. Und hat damit sozusagen das Monopol auf die Seltene Erden. Eine Tatsache, die den Industrienationen zunehmend Sorgen bereitet. Denn die Seltene-Erden-Metalle sind Bestandteil vieler Geräte aus dem Hightech-Bereich. Sozusagen eine verhängnisvolle Abhängigkeit vom Land der Ming-Dynastie und Chinesischen Mauer.

Dabei sind die Metalle der Seltenen Erden eigentlich gar nicht so selten, wie die Bezeichnung auf den ersten Blick nahelegt. Ein Großteil der Elemente, die in dieser Gruppe zusammengefasst werden, sind sogar häufiger in der Erdkruste vorhanden als Gold oder die Platingruppenelemente. Was dazu führt, dass die Seltenen Erden zumindest gefühlt selten sind, ist die Verteilung.

Sie kommen in verschiedenen Mineralen oder Erzen und im Gestein vor. Allerdings nur in kleinen Mengen. Und sind daher entsprechend schwierig zu gewinnen. Die Seltene-Erden-Metalle fallen daher auch oft als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Rohstoffe ab. Eine Tatsache, die der Bedeutung dieser Elemente für die moderne Technik nicht gerecht wird. Ohne Scandium, Lanthan oder Neodym würden viele Geräte, die wir heute nutzen, kaum funktionieren.

Bedeutung der Seltenen Erden

Warum sind Seltene Erden so wichtig? Können wir sie nicht einfach ersetzen? Allein ein kurzer Blick auf die Anwendungsgebiete für Seltene Erden reicht aus, um die Bedeutung zu ermessen. In Röhrenmonitoren ist Europium Bestandteil der roten Farbe. Neodym ist dagegen Komponente für Elektromotoren in Windkraftanlagen und Hybrid-Fahrzeugen. Und auch in Plasma-Bildschirmen tauchen Seltene Erden auf.

Wer die Metalle der Seltenen Erden aus dem Wirtschaftskreislauf verbannen will, katapultiert uns wieder ins Mittelalter zurück. Die Zeit ist daher reif, wieder nach westlichen Vorkommen zu suchen. Das Problem: Bis diese Vorkommen, von denen einige bereits bekannt sind, erste Seltene Erden für den Weltmarkt produzieren, gehen noch einige Jahre ins Land.