Goldwaschen – moderne Wild-West-Romantik

1848 elektrisierte die USA die Kunde von Goldfunden in Kalifornien. Anfang des Jahres hatte man auf einer Farm das erste Nugget gefunden. Die Folge: Abertausende strömten in den Jahren zwischen 1848 und 1854 an die Westküste der USA. Wer nicht das Glück besaß und einen eigenen Claim sein Eigen nennen konnte, musste sich mit den „Krümeln“ begnügen, die von den anderen Goldgräbern übrig gelassen worden. Dazu gehörte Waschgold. Gewonnen aus Flüssen, war es schon immer mühsam erkauft.

Denn bevor in einer Pfanne ein paar Flitter Gold schimmerten, musste der Goldwäscher in der Regel lange mit viel Mühe und Geduld das Sediment waschen. Sicher einer der Gründe, warum Gold nach wie vor als selten gilt. Waschgold oder Seifengold ist sicher eine der bekanntesten Formen, in der das Edelmetall gewonnen wird. Kein Wunder – erkennt doch selbst das relativ ungeübte Auge den Schimmer des Edelmetalls. Anders beim Berggold, das mitunter in Mineralen und deren Kristallgitter verborgen sein kann.

Wie entsteht Waschgold?

Gold, das aus dem Sediment von Flüssen herausgewaschen wird, gehört zu den sekundären Vorkommen. Und ist in den Geowissenschaften unter dem Stichwort Seife bekannt. Deren Entstehung ist schnell erklärt. Ein goldhaltiger Erzgang streicht an der Erdoberfläche aus und verwittert. Die Überreste werden in Bäche und Flüsse transportiert. Sobald deren Strömungsenergie nachlässt, sinkt das Gold aufgrund der hohen Dichte zu Boden. Und lagert sich ab. Viele Lagerstätten des Edelmetalls Gold sind auf diese Weise entstanden. Und werden heute immer noch abgebaut.

Goldwaschen – modernes Abenteuer mit Wild-West-Romantik

Heute hat das Goldwaschen der früheren Tage an Gewicht verloren. Einerseits sind die Abbaumethoden weiter fortgeschritten. Und auf der anderen Seite gibt es nur noch wenige Landstriche, in denen Goldwäscher auf eigene Faust nach dem Edelmetall suchen. Stattdessen ist das Goldwaschen zum Freizeitspaß geworden – auch in Deutschland. Denn entlang verschiedener Flüsse taucht das Edelmetall im Sediment auf. Wirklich abbauwürdig sind die Vorkommen derzeit allerdings nicht.