Interessante Fakten über die deutschen Goldreserven

Erfahren Sie mehr über die Goldreserven in Deutschland

Viele von Ihnen werden sich schon einmal die Frage gestellt haben, über wie viel Goldreserven Deutschland verfügt oder wo werden die Goldreserven Deutschlands eingelagert?

Tauchen Sie ein in die Welt der deutschen Goldreserven und lassen sich von vielen verschiedenen Fakten überraschen!

Was ist unter Goldreserven zu verstehen?​

Goldreserven sind die Goldbestände eines Staates, die sich entweder im Eigentum einer Zentralbank oder eines Finanzministeriums befinden. Goldreserven dienen dazu, um eine Landeswährung zu decken und dienen daher in erster Linie als finanzielle Rücklage, damit im Falle einer Krise das Gold schnell verkauft werden kann.

Geschichte der Deutschen Goldreserven

In der Zeit von 1945 bis 1950 verfügte Deutschland über keinerlei Goldreserven. Erst nach dem Deutschland dem „Bretton-Woods-Abkommen“ beigetreten ist, verfügte es seit 1951 wieder über Goldreserven in Höhe von 24,5 Tonnen. Bereits im Jahre 1958 betrugen die Goldreserven Deutschlands über 2.345,57 Tonnen. Ende 1968 erreichten die Deutschen Goldreserven einen Höchststand von 4.033,914 Tonnen. Durch den Verkauf von 14 Millionen Unzen an das Bundesreservesystem (FED) im Jahre 1969 nahmen die Deutschen Goldreserven auf 3.625, 4 Tonnen ab. Nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems im Jahre 1973 bis 1977 hielten sich die Goldreserven relativ konstant bei 3.658 Tonnen. Im Jahre 1999 übertrug die Deutsche Bundesbank 6,5% der physischen Goldreserven an die Europäische Zentral Bank (EZB). Im Jahre 2009 verpflichtete sich Deutschland gemeinsam mit anderen Ländern Europas, nicht mehr als 400 Tonnen Goldreserven im Jahr innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren zu verkaufen. Seit dieser Zeit ist der Bestand der Goldreserven in Deutschland zum größten Teil stabil geblieben.

Menge der Goldreserven

Deutschland verfügt nach den Vereinigten Staaten von Amerika über den zweitgrößten Goldschatz weltweit. Gefolgt von Italien und Frankreich. Im Oktober 2020 betrugen die Goldreserven von Deutschland ca. 3.360 Tonnen während die Goldreserven der Vereinigten Staaten von Amerika zum gleichen Zeitpunkt ca. 8.130 Tonnen betrugen. Die Goldreserven von Italien und Frankreich liegen etwa gleich bei ca. 2.450 Tonnen. China und Russland gehören zu den Ländern, deren Wachstum an Goldreserven am schnellsten ansteigt.

Einfluss von Gedenkmünzen auf die Goldreserven

Die Goldreserven sind seit 1999 relativ unverändert geblieben. Lediglich geringe Entnahmen zum Verkauf an das Bundesfinanzministerium für die Herstellung von Gedenkmünzen aus Gold minimieren den Bestand. Für die Herstellung von Gedenkmünzen werden pro Jahr etwa fünf bis sechs Tonnen Gold benötigt. Im übertragenen Sinne besitzt jeder Käufer einer Gedenkmünze aus Gold einen minimalen Teil der vormals deutschen Goldreserven.

Goldreserven als Rücklage für Notzeiten

Goldreserven sind ein weltweit angesehenes und akzeptiertes Zahlungsmittel. Goldreserven sind widerstandsfähig gegenüber wirtschaftlicher Turbulenzen und Krisensituationen der einzelnen Länder und bilden daher eine Rücklage für Not- und Krisenzeiten. Goldreserven dienen ebenfalls dazu das Risiko der Anlagen zu verteilen.

Wert der Goldreserven Deutschlands

Im ersten Halbjahr des Jahres 2020 betrugen die Goldreserven der Deutschen Bundesbank etwa 3.360 Tonnen, was einem derzeit aktuellen Marktpreis in Höhe von 170.728 Millionen Euro beträgt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein Goldbarren in den Zentralbanken über ein Gewicht von 12,441 kg beträgt, entspricht dies ca. 270.000 Goldbarren. Die Goldreserven stellen 2/3 der Währungsreserven Deutschlands.

Lagerung Deutschlands Goldreserven

Aus Sicherheitsgründen werden die Goldreserven nicht alle an einer Stelle gelagert. Etwa 1.710 Tonnen also 50,6 % der Goldreserven Deutschlands werden auch in Deutschland aufbewahrt und lagern in den Tresoren der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Im Jahre 2013 hatte die Deutsche Bundesbank festgelegt, dass bis zum Jahre 2020 mehr als die Hälfte der Goldreserven in Deutschland lagern sollen. Somit sind heutzutage die deutschen Goldreserven auf drei Standorte verteilt. 

Sie lagern in Deutschland bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt, der Federal Reserve Bank in New York und Bank of England in London. In der Federal Reserve Bank in New York lagern etwa 1.236 Tonnen also 36,6% der Goldreserven Deutschlands und in der Bank of England lagern nur noch 423 Tonnen als 12,8% der deutschen Goldreserven. Der Grund für die Lagerung der
deutschen Goldreserven liegt in den Wirtschaftswunderjahren von 1950 bis 1960 begründet. Durch den erhöhten Export deutscher Konsumgüter erhielt die Bundesrepublik Deutschland sehr viele Devisen in Dollar, die bei der US-Zentralbank in Goldforderungen getauscht wurden. Dadurch wuchsen die deutschen Goldreserven enorm und rasant an.

Deutschlands Goldreserven in den Vereinigten Staaten von Amerika

Obwohl die USA einen großen Teil ihrer Goldreserven in Fort Knox lagern, werden die deutschen Goldreserven in den USA bei der US-Notenbank Federal Reserve in New York City aufbewahrt, damit im Falle von wirtschaftlichen Unruhen Deutschland in der Lage ist, das Gold schnell in Dollar einzutauschen. Deutschlands Goldreserven in den Vereinigten Staaten von Amerika gelten als die Haupt-Reservewährung im Ausland.

Deutschlands Goldreserven in Großbritannien

Ein geringer Bestand der deutschen Goldreserven wird in den Tresoren der Bank of England in London aufbewahrt. Nach der Einführung des Euros wurde das Depot der deutschen Goldreserven in Frankreich aufgelöst. Da eine Überführung von hohen Goldmengen ein großes logistisches Problem darstellt, wurden die letzten Golddepots aus Frankreich erst im Jahr 2017 nach Frankfurt gebracht.

Verlagerung eines Teils der deutschen Goldreserven aus dem Ausland

Im Rahmen Finanzkrise im Jahr 2008 wurden Stimmen laut, dass ein zu großer Teil der deutschen Goldreserven im Ausland deponiert war. Kritisiert wurden fehlende Inventuren und mangelnde Transparenz in Bezug auf die Lagerung. Daher forderte im Jahre 2012 der Bundesrechungshof eine regelmäßige physische Bestandsaufnahme der Goldreserven Deutschlands. So wurden im Rahmen dieser Transparenz-Politik in den Jahren seit 2013 mehr als 111 Tonnen der deutschen Goldreserven aus den Vereinigten Staaten von Amerika nach Deutschland zurückgeführt. Im Rahmen dieser Verfügung wurde das gesamte Depot der deutschen Goldreserven in Frankreich aufgelöst. Seit 2015 wird regelmäßig eine Goldbarrenliste der deutschen Goldreserven veröffentlicht. Bislang haben sich die Kosten für die Verlagerung und Umschmelzung auf ca. 7,7 Millionen Euro belaufen.