Witwatersrand – Gold im Herzen Afrikas

Gold wird nicht ausschließlich unter Tage gewonnen. Insbesondere in der Vergangenheit gehörten Goldseifen zu den wichtigen Vorkommen, die in der Antike und dem Mittelalter für einen stetigen Nachschub an Gold sorgten. Goldsand, den man nur waschen und das Edelmetall aufzulesen braucht, ist aber nicht die einzige sedimentäre Goldlagerstätte. Eines der wohl wichtigsten Goldvorkommen, das auf Verwitterung und Sedimentation beruht, ist der Witwatersrand in Südafrika.

Der Komplex besteht aber nicht nur aus Gold führenden Schichten. Die Basis des Witwatersrand-Komplexes bilden Magmatite und Metamorphite (Granite, Gneise, Grünsteine), über denen Konglomerate, Schiefer und Quarzite liegen. Und genau an diese Sedimentgesteine sind Goldvorkommen gebunden, deren Reserven noch über Jahre reichen sollen. Wie sind diese enormen Goldvorkommen entstanden?

Eine Entstehungstheorie geht von Verwitterung und Sedimentation als Hauptprozesse aus. Im Archaikum sind demnach freiliegende goldführende Schichten verwittert. Die Erosionsprodukte wurden später in den heutigen Witwatersrand-Komplex eingetragen. Für einen Transport durch sedimentäre Prozesse spricht in den Augen einiger Wissenschaftler unter anderem die Tatsache, dass die Goldkörner des Witwatersrand-Komplexes eine auffallende Rundung zeigen.

Welche Ablagerungsprozesse genau eine Rolle gespielt haben, lässt sich heute nur anhand der geologischen Formationen rekonstruieren. Auffallend ist allerdings die Tatsache, dass Gold vor allem in den feineren Konglomeraten bzw. Goldsand zu finden ist. Diese Form der Goldkörner scheint die Theorie von Verwitterung, Transport und Sedimentation zu stützen.

Goldsand – Lagerstätten in der Entstehung

Der Witwatersrand-Komplex ist nicht nur eine Lagerstätte, die den Hunger nach Gold befriedigt. Es handelt sich um ein Fenster für die Geologie, um in die Vergangenheit zu schauen. Und nachzuvollziehen, wie Lagerstätten entstehen. Denn Goldsand kann sich auch heute noch bilden – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Was es dazu braucht, sind der Verwitterung ausgesetzte Goldvorkommen, ein Transportsystem und ein Ablagerungsraum, der immer wieder mit Nachschub gespeist wird. Bis es allerdings soweit ist und Goldsand zu einem abbauwürdigen Vorkommen heranwächst, vergehen Jahrhunderte bis Jahrtausende.