Die Familie Jamnitzer

Die Grabplatte enthält sein Brustbild, sein Wappen, die Figur der Mutter Erde aus dem Aufsatz und vier allegorische Figuren aus einem Werk über Perspektive, das er 1558 herausgegeben hatte.

Grabplatte des Wenzel Jamnitzer. 0,19 hoch.
Grabplatte des Wenzel Jamnitzer. 0,19 hoch.

Außer Wenzel sind noch vier andere Jamnitzer bekannt. Sie zeichnen alle mit dem Löwenkopf, wobei der abgebildete Buchstabe W Wenzel, B Barthold, C Christoph, H Hans, A Abraham bezeichnet. Unter diesen ist Christoph Jamnitzer der bedeutendste.

Dianapokal von Hans Petzold, Nürnberg um 1850. 0,79 hoch.
Dianapokal von Hans Petzold, Nürnberg um 1850. 0,79 hoch.

Das Museum besitzt von ihm die Tischfontäne in Gestalt eines Elefanten. Im Hofmuseum in Wien eine prachtvolle Schüssel mit einem Triumphzug nebst schöner Kanne, im Kreml zu Moskau ein mächtiger Adler vom Jahr 1595. Neben Jamnitzer erscheint als einer der vorzüglichen Nürnberger Meister Hans Petzolt, geb. 1551, Meister 1578, Ratsherr 1611, † 1633. Von ihm besitzt das Berliner Schloss den großen Pokal mit der Diana, ferner das Museum den Traubenbecher und einen kleinen Humpen, alle drei Werke ersten Ranges, und die beiden ersten sehr bemerkenswert für die erwähnte Erscheinung, dass der gotische Formenkreis gegen Ende des 16. Jahrhunderts noch seine Lebenskraft bewahrt hat. Der Dianapokal (ein ganz verwandter bei Fürst Esterhazy und zwei ähnliche in der Sammlung Rothschild) hat aus der Gotik den Aufbau, die durchgehende Buckelung und selbst das krause Blattwerk beibehalten. In freien Renaissanceformen gehalten ist dagegen der kleine Humpen des Museums mit drei ovalen Reliefs, darstellend die Verkündigung, die Geburt Christi und die Anbetung der Könige, zwischen den Feldern Karyatiden. Von ausgezeichneter Form ist der Henkel, die Behandlung des Reliefs von einer Weichheit und Zierlichkeit, wie sie nur auf wenigen Arbeiten gefunden wird. Von gleicher Vollendung ist der schöne Becher aus dem Besitz der Gräfin Zichy aus dem Jahr 1580, von einem Triton getragen, aus kein persönliches, sondern nur das allgemeine Gepräge der Schule.

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Humpen von Hans Petzolt. Nürnberg um 1580. 0,17 hoch.