Goldminen in Papua-Neuguinea

Die Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens in Papua-Neuguinea stehen unter einem schweren Verdacht. Wie ein Bericht der Gruppe „Human Rights Watch“ nun verkündete, sollen die Mitarbeiter an Gruppenvergewaltigungen und weiteren abscheulichen Missbrauchsfällen beteiligt gewesen sein. Auf insgesamt 94 Seiten schildert „Human Rights Watch“ die skandalösen Vorfälle. Laut des Berichtes kam der Hauptanteilsbesitzer seiner Pflicht nicht nach, angezeigten Vorgängen nachzugehen und ignorierte die vorliegenden Missbrauchsrisiken.

Die Sicherheitsfirma bewachte eigentlich eine Goldmine, die Pogera-Mine. Diese Mine wird seit 20 Jahren betrieben und fördert Gold in Milliardenhöhe. Den Löwenanteil dieser Mine besitzt die kanadische Gesellschaft „Barrick Gold“, einer der größten und bekanntesten Goldproduzenten der Welt.

Doch nicht nur „Barrick Gold“ hätte einschreiten müssen, auch die kanadische Regierung muss sich nun den Vorwürfen stellen, nicht gehandelt zu haben. Denn auch sie ist dafür verantwortlich, die Arbeit ihrer Unternehmen in anderen Ländern zu überprüfen. Sowohl „Barrick Gold“ als auch die Regierung Kanadas sind nun aufgefordert worden, Gesundheits- und Umweltfragen transparenter zu behandeln und besser zu regeln.

Es liegen mehrere Zeugenaussagen vor, aus denen hervorgeht, dass es wiederholt zu Gruppenvergewaltigungen gekommen sein soll. Diese unglaublichen Vorgänge wurden, seitens der Opfer sogar gemeldet, doch „Barrick Gold“ reagierte erst nach der Veröffentlichung des Berichtes von „Human Rights Watch“ auf die Vorwürfe. Man hätte bereits viel früher handeln müssen, meinten die Mitarbeiter von „Human Rights Watch“ nun in einem Interview.

Nach Veröffentlichung des Berichts hat sich „Barrick Gold“ nun dazu durchgerungen, den Vorwürfen nachzugehen, die einzelnen Fälle aufzuklären und dafür zu sorgen, dass sich solche Dinge in Zukunft nicht mehr wiederholen können.

Letztes Jahr (2010) wurde ein Gesetzesentwurf abgelehnt, der mehr Kontrolle und Regulierungsmaßnahmen ermöglicht hätte. Der Entwurf „C 300“ wurde jedoch von der Kanadischen Regierung abgelehnt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Unternehmen „Barrick Gold“ erheblich an der Entscheidung zur Ablehnung des Gesetzentwurfs beteiligt war.

Die korrupte Regierungsführung von Papua-Neuguinea ist der Grund für die ungerechte Verteilung der Bodenschätze des Landes. Die schlechte Führung sorgt dafür, dass der Reichtum des Landes nicht bei der Bevölkerung ankommt. Gewalt und Armut prägen das Bild der Bevölkerung. Umso unglaublicher scheint es daher, dass die Goldmine in den letzten 20 Jahren mehr als 16 Millionen Unzen Gold gefördert hat, was einem Wert von mehr als 20 Milliarden US-Dollar entspricht, berechnet man den Wert mit dem aktuellen Goldpreis. Im vergangenen Jahr förderte „Barrick Gold“ fast 7,5 Millionen Unzen Gold, was einem Wert von 9,7 Milliarden US-Dollar entspricht.

Um die Mine zu überwachen hat „Barrick Gold“ ein Unternehmen engagiert, das aus 450 Mitarbeitern besteht. Die Mitarbeiter arbeiten unter schwierigen Bedingungen, da sie mit bewaffneten Überfällen rechnen müssen und stets unter einem enormen Risiko leben. Große Gruppen von illegalen Schürfern sind ebenfalls zu kontrollieren. Doch dieser enorme Druck steht mit den skrupellosen Fällen von sexuellem Missbrauch nicht im Zusammenhang.

Rund um die Minen suchen täglich hunderte Menschen nach etwas Gold. Werden sie dabei von der Sicherheitsfirma erwischt, werden sie verhaftet. Bei diesen Verhaftungen soll es zu den Übergriffen gekommen sein. Mehrere Zeuginnen berichteten von Vergewaltigungen nach der Festnahme. Die Frauen wurden schwer misshandelt, geschlagen und getreten und teilweise von mehreren Männern sexuell missbraucht. Anschließend wurde ihnen gedroht, damit sie die Vergewaltigungen nicht zur Anzeige bringen.

Das Unternehmen „Barick Gold“ reagierte nach der Veröffentlichung des Berichtes mit der Veranlassung einer umfangreichen Untersuchung der einzelnen Fälle. Es soll zukünftig bessere Kontrollen geben und die verantwortlichen Angestellten der Sicherheitsfirma sollen angeklagt werden. Die Untersuchungen haben inzwischen noch weitere Fälle von sexuellem Missbrauch ans Licht gebracht. Drei Angestellte des Sicherheitsunternehmens wurden bereits festgenommen, mit weiteren Festnahmen wird gerechnet.

Leider ist auch ein Teil der Polizeikräfte in Papua-Neuguinea öfters in Fälle von Missbrauch und sogar Folter verwickelt. Diese Korruption erschwert die Ermittlungen und sorgt zudem dafür, dass sich die Opfer nicht an die zuständigen Behörden wenden, wenn sie eine Straftat erleiden mussten.