Goldvreneli

Goldmünzen, wie der Golddukat, haben lange das europäische Handelsgeflecht dominiert. Im 18. Jahrhundert bzw. dem 19. Jahrhundert bekam diese erste europäische Währung massiv Konkurrenz. Es wurden von den Nationalstaaten eigene Währungssysteme geschaffen, in denen Papiergeld und Münzen den Ton angaben. Neben dem gängigen Münzgeld blieb trotz allem der Wunsch erhalten, eine „harte“ Währung zu besitzen.

Daher entstanden auch unterschiedliche nationale Goldmünzen – wie der Goldvreneli in der Schweiz. Die Münze ersetzte bei den Eidgenossen die Helvetia und wurde von 1897 bis 1949 in ihrer 20-Franken-Variante geprägt. Der etwas ungewöhnliche Name leitet sich vom auf der Goldmünze dargestellten Bild ab, einer Frau vor den Bergen der Schweiz.

Das Avers der Goldvrenelis wird getragen von Symbolen, die für die Eidgenossenschaft stehen. Um den Hals trägt das Abbild der Frau einen Kranz aus Edelweißblüten und zeugt von der Dynamik, die der Schweiz innewohnt. Wahrscheinlich ein Grund, warum die Schweizer den Goldvreneli ins Herz schlossen – anders als die damaligen Experten. Fritz Ulysse Landry, Schöpfer des Goldvrenelis, musste den Entwurf mehrfach überarbeiten, bevor die beauftragte Jury bzw. der Schweizer Bundesrat dem Bild des Goldvrenelis ihre Zustimmung gaben.

Insgesamt wurden in den Jahren zwischen 1897 bis 1949 mehr als 58 Millionen Exemplare vom Goldvreneli in seiner 20-Franken-Ausführung geprägt. Zwischen 1911 und 1922 kam in einer Auflage von mehr als 2,5 Millionen ein Goldvreneli im Wert von zehn Franken dazu. Eine Besonderheit des Goldvrenelis sind die 100-Franken-Münzen aus dem Jahr 1925.

Über die Jahre hinweg wurde die Schweizer Goldmünze in einer festen Legierung geprägt und bestand zu 90 Prozent aus Gold, dem Kupfer beigemischt wurde. Für den Goldvreneli mit einem Nominal von 20 Franken ergibt sich ein Feingewicht von 5,807 Gramm. In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg verlor der Vreneli zunehmend als Zahlungsmittel an Bedeutung und wird heute vorwiegend als Sammelobjekt von Numismatikern geschätzt.