Das Goldlager in Fort Knox

Das Fort Knox Goldlager verdankt seinen Namen einem Standort der US Army in direkter Nachbarschaft. Diese Militäranlage im Bundesstaat Kentucky wurde zur Zeit des Bürgerkrieges im Jahr 1862 errichtet. Nach einigen Jahren der Vernachlässigung wurde das Fort im Ersten Weltkrieg wiederaufgebaut und vergrößert. Zugleich erhielt es auch seinen heutigen Namen, welcher auf den General und späteren Kriegsminister Henry Knox zurückgeht.

Geschichte des Fort Knox Goldlager

Das Fort Knox Goldlager zu bauen, wurde 1963 vom amerikanischen Finanzministerium veranlasst. 1933 wurde qua der Presidential Executive Order der private Besitz von Goldmünzen und Goldbarren verboten (siehe auch Goldverbot von 1933). Als Entschädigung erhielten die Eigentümer den Gegenwert in US-Dollars. Bei diesem Vorgehen handelte es sich um eine Maßnahme zur Stabilisierung der Landeswährung, die erst im Jahr 1973 wieder außer Kraft gesetzt wurde. Im Januar 1937 fand der erste Transport statt, um das eingezogene Gold sicher in Fort Knox zu verwahren.

Während des Zweiten Weltkriegs nutzten auch einige europäische Staaten die Möglichkeit, ihre Goldvorräte im Fort Knox Goldlager in Sicherheit zu bringen. Des Weiteren wurde hier auch zeitweise eine Abschrift der Magna Carta deponiert sowie in den Jahren 1941 bis 1944 die amerikanische Verfassung.


Heute schätzt man, dass rund 150 Millionen Feinunzen Gold sicher in Fort Knox eingelagert sind. Bei diesen Vorräten handelt es sich ausschließlich um Goldreserven des Schatzamtes der Vereinigten Staaten, also nur um amerikanisches Gold.

Sicherheitsvorkehrungen im Fort Knox Goldlager

Sicherheit im Goldlager Fort KnoxDas United States Bullion Depository liegt aus strategischen Gründen zum einen weit im Landesinneren und zum zweiten in direkter Nachbarschaft zu einem Militärstützpunkt, an welchem etwa zehntausend Soldaten und circa 300 Panzer stationiert sind. Außerdem verfügt das zweistöckige Gebäude über eine äußerst massive Bauweise, bei der die Wände aus Stahlbeton und 20 cm dickem Granit bestehen.

Die Kellerräume,in welchen das Gold unter strengster Geheimhaltung in Fort Knox gelagert wird, befinden sich oberhalb eines drei Meter starken Betonfundaments. Neben vier Wachtürmen, von denen aus das Wachpersonal aufgrund der Rodung des umliegenden Waldes die Umgebung gut überblicken kann, verfügt das Fort Knox Goldlager über eine Hochsicherheitstür. Diese hat ein Gewicht von 20 Tonnen und die Dicke von 60 Zentimetern rührt von sieben Schichten Stahl her. Um diesen Eingang zu öffnen, müssen mehrere Mitarbeiter - die genaue Anzahl unterliegt der Geheimhaltung - unabhängig voneinander verschiedene Codes eingeben.

Die gesamten Baukosten für das "Bullion Depository" beliefen sich auf 560.000 US-Dollar, was heute etwa 9,8 Millionen Dollar entspricht.

Insgesamt sind nur wenige Details bezüglich der Sicherheitsvorkehrungen nach außen gedrungen; selbst der Senat von Kentucky hat keine Kenntnis.

Fort Knox: Staatsgeheimnis und Gerüchte

Da alle Belange, die mit dem Fort Knox Goldlager in Verbindung stehen, höchster Geheimhaltung unterliegen, kursierten zu allen Zeiten Gerüchte und Verschwörungstheorien, ob oder wieviel Gold sich noch in Fort Knox befindet.

Schon der erste Transport im Januar 1937 erfolgte unter mysteriösen Umständen und ließ die Frage, wieviel Gold tatsächlich in Fort Knox angekommen ist, offen. Seit Truman haben selbst die nachfolgenden amerikanischen Präsidenten keinen Einblick in die Goldreserven mehr genommen. Besuchern war der Zutritt - mit nur einer Ausnahme - über all die Jahre hinweg nicht gestattet. Einzig im Jahr 1974 durfte eine Gruppe aus Journalisten und Abgeordneten das Gebäude betreten und einen kurzen Blick auf einen Teil der Goldreserven werfen. Da selbst Inspektionen lediglich die Unversehrtheit der Siegel überprüfen, welche die 28 Abteile mit den Goldbarren verschließen, weiß niemand, in welchem Umfang Gold aktuell in Fort Knox eingelagert ist. Offiziell soll es sich um 250.000 Goldbarren handeln.