Der Spotpreis

Durch den Niedrigzinsen wird eine Investition in die gängigen "als sicher geltenden" Tagesgeldkonten oder generell festverzinsliche Geldanlagen zunehmend unrentabel. Doch bei der Investition direkt an den Finanzmärkten tauchen einige Fragen auf. Insbesondere an Rohstoffmärkten wird man den Begriff Spotpreis lesen können, doch was ist das eigentlich?

Der Spotpreis ist am Beispiel des Rohstoffes Gold ein jetzt gültiger Goldmarktpreis, den man im Internet auf Gold-Charts sehen kann. Jedoch sind diese Charts nicht von offiziellen Börsenplattformen ausgestrahlt, sondern werden außerbörslich gehandelt.

Dieser Spotpreis ist prinzipiell gültig für alle Edelmetalle, weswegen es einen Spotpreis Gold, einen Spotpreis Silber, einen Spotpreis Platin und einen Spotpreis Palladium gibt.

Im Großen und Ganzen wählen Edelmetallkäufer und -verkäufer ihre Handelspartner, und können anschließend unmittelbar untereinander handeln, ohne eine Börsenplattform in Anspruch zu nehmen. Am geläufigsten ist hierbei die telefonische Kommunikation. Bei jedem Edelmetallhandel werden ein einzelner Spotpreis und eine gewünschte Handelsmenge verhandelt. Anbieter von Edelmetallen können einen selbst gewählten Metallpreis nennen und der Käufer kann auswählen, ob er diesen Edelmetallpreis annehmen möchte. Somit ist also der Spotpreis sehr gut an das Prinzip des Angebots und der Nachfrage angelehnt, da sich beide Handelspartner um den Preis einigen müssen. Es besteht somit ein riesiger Unterschied zwischen diesem außerbörslichen Handel und den gängigen Münzhändlern beziehungsweise dem gängigen Erwerb von Edelmetallen über eine bestimmte Börsenplattform.

Somit besteht niemals ein einzelner Spotpreis, sondern immer der ausgehandelte Preis. Dieser wird prinzipiell in drei Arealen unterteilt:

  • Erstens gibt es den Handel in der japanischen Hauptstadt Tokio: Hier werden auf dem Tocom Futures Exchange Spotpreise für Gold notiert.
  • Zweitens notieren die 10 bedeutendsten Mitglieder der "London Bullion Market Association (LBMA)" Goldpreise in London für An- und Verkauf des Edelmetalls.
  • Drittens wird in New York der Standard Vertrag, um US-Gold-Futures zu erwerben, als New York Goldpreis bezeichnet.

Goldmakler notieren ihren gewählten Goldpreis sehr präzise am Spotpreis für Gold, da dieser den Live Goldchart zum Vorbild nimmt, welcher für so gut wie alle Währungen erhältlich ist. Insgesamt wird also der Spotpreis von den wichtigsten Intermediären genommen, um mit Edelmetallen zu handeln. Für Privatpersonen kann der Handel mit Gold sehr erträglich sein, einerseits aus dem großen Potential des Edelmetalls andererseits aus steuerlichen Vorteilen.