Schmuck am Oktoberfest

Seit 1810 wird alljährlich auf Münchens Theresienwiese das Oktoberfest gefeiert. Jede Menge Gaudi bietet das weltweit größte Volksfest und der Wiesn-Märzen fließt in Strömen, wenn wieder 6 bis 7 Millionen Besucher aus aller Welt das Bayernhighlight genießen wollen.

Der Trend zur Tracht

Fast 7 Millionen Maß Bier, eine halbe Million Brathendl und 25 Tonnen Fisch verzehren die Besucher innerhalb der zwei Wochen Wiesnzeit und alle stecken dabei im Dirndl oder in der Krachledernen. Während die Herren der Schöpfung beim Tragen ihrer Lederhosen modisch ziemlich wenig falsch machen, bemängeln Modeexpertinnen vom Bayerischen Trachtenverband allerlei Modesünden bei den Damen.


So passen weder Turnschuhe noch High Heels zum Dirndl, welches im Übrigen nicht zu kurz geschnitten sein und die Knie bedecken sollte. Grelle Miniröcke sind total out und Schürzen, die länger sind als das Dirndl ebenso. Wichtig: „Ausschnitt ist erlaubt, auch wenn der Busen nicht aus dem Dirndl quillen sollte“. Genau dort hinein passt dann der veritable Oktoberfest Schmuck.

Die Preziosen

Quietschbunte Edelweiß als baumelnde Ohrringe oder Modeschmuckbrezeln aus China haben mit traditionellem bayerischem Trachten- und Oktoberfest Schmuck gar nichts gemein. Derart aufgebrezelte Herrschaften qualifizieren sich allemal als Kitschliebhaber oder Sauftouristen. Denn gerade auf dem guten, alten Oktoberfest zeichnet traditioneller Trachtenschmuck das modische Gespür, die Stilsicherheit und die Attitüde seiner Träger aus. Mit dem Oktoberfest Schmuck wird das Trachtenoutfit erst komplett. Für die Damenwelt sind Auswahl und Varianten riesengroß, bei den Herren ist das Schmuckportfolio zwar übersichtlicher, aber keinesfalls weniger interessant.

Das Charivari - der Klassiker unter den Oktoberfest Schmuckstücken

Männer in bayerischer Tracht tragen den von Generation zu Generation vererbten Charivari. Charivari heißt die reichlich 30 Zentimeter lange Kette aus 825er oder 925er Silber, die Weste und Trachtenlederhose miteinander verbindet.

Aus Uhrenketten ist der Traditionsschmuck entstanden, an dem heutzutage auch Geldstücke, Tierzähne, Edelsteine, Geweihstücke und andere Trophäen befestigt werden. Früher war der silberne Charivari ein erstklassiges Statussymbol der Jäger und Bauern, an dem nicht genug baumeln konnte - denn „Charivari“ bedeutet so viel wie „Durcheinander“. Schwere goldene Siegelringe gehören genauso zur Männertracht wie der Charivari. Sie sind verziert mit allerlei typischen Motiven des ländlichen Lebens, aus Jägerei und Natur. Um die Halstücher am Männerhals zu halten, sind traditionelle Broschen aus Silber beliebt.


Das Nonplusultra

Was wären der Freistaat Bayern und die Wiesn ohne die Gamsbarthüte. Damit erst wird der Mann zum Charakterkopf. Verziert wird der Hut mit dem Gamsbart, der entweder aus den Rückenhaaren von Gamsböcken oder aus Hirsch-, Dachs- oder Saubärten gebunden wird, aus dessen Halter und mit Hutnadeln en masse. Letztere können nie genug am Hut stecken. Das männliche Schmuckreservoir umfasst außerdem Trachtenuhren, Gürtel, Knöpfe und Messer mit Hirschhorngriffen. Auf keinen Fall dürfen auch die schönen Broschen fehlen wie hier abgebildet:


Die bayrische Blume

Es ist das Edelweiß, welches den traditionellen Damenschmuck eindeutig dominiert. Es ziert als Ornament Ohrhänger oder Stecker, Colliers und zierlich gefaltete Armbänder. Typische Motive sind zudem das Kreuz und der Enzian, der zwar meist blau blüht, aber in Edelsteinform so manches Dekolleté bunt funkelnd verziert.

Beliebt sind Kropfketten, die ihren Namen nicht von vergrößerten Schilddrüsen, sondern von den Verschlüssen unmittelbar vor den Kehlköpfen der Damen haben. Sie bestehen aus mehreren Reihen filigraner Silber-, Granat- und Perlenketten. Klassische, kunstvoll gefertigte Ketten passen zum Dirndl, wenn sie wertvolle, große Schmucksteinanhänger haben. Grandelschmuck, wertvolle Schmucksteine – beliebt ist der Granat – Samtbänder und Goldapplikationen zeichnen den zeitlosen, hochwertigen und stilvollen Oktoberfest Schmuck aus. Dazu passen die Fingerringe mit Blumen- und Pflanzenmotiven sowie die äußerst beliebten Broschen, die nicht der Dekoration allein, sondern auch der Befestigung von Tüchern und Schals dienen. So sorgen die traditionellen Silberbroschen für Schutz in so manchem Sturm auf Münchens Theresienwiese.