Die ersten Goldfunde

Der Mensch erfreut sich schon so lange an Gold, dass es beinahe unmöglich scheint, eine ungefähre Vermutung darüber anzustellen, wann es zum ersten Mal in unser Leben trat. Heute geht man davon aus, dass das Gold zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Teilen der Erde entdeckt wurde und zwar ganz unabhängig voneinander. Man findet Gold an den entlegensten Orten der Welt. Hinzu kommt die Tatsache, dass es aus mehreren kleinen Teilen besteht, die normalerweise in anderen Mineralien verborgen liegen. Die Förderung von Gold ist also eine Herausforderung, die sowohl ein Höchstmaß an bergmännischer Erfahrung und Energieaufwand als auch sehr viel Geschicklichkeit verlangt.

Gelegentlich wird Gold jedoch auch einfach „angeschwemmt“. Dies geschieht immer dann, wenn sich Goldpartikel in Wasserläufen befinden und sich durch die Strömung fortspülen lassen, um sich dann an einem zufälligen Punkt zu sammeln. In diesem Fall spricht man von sogenannten Sekundären Lagerstätten. Beinahe jeder Fluss, der aus einem Ur-Gebirge kommt, führt winzige Mengen Gold mit sich. Allerdings sind die Goldmengen so gering, dass die Goldgewinnung an dieser Stelle nicht lohnt. Es gibt jedoch die Theorie, dass dieses Flussgold das erste Gold war, dass dem Menschen in die Hände fiel. Höchstwahrscheinlich ist es durch seinen Glanz, seine Farbe und sein Gewicht aufgefallen und fand so seinen Weg zu uns.

Zu Beginn des Abbaus suchte man selbst die kleinsten Goldablagerungen in Flussläufen. Die wichtigsten Fundorte lagen in Kalifornien, Australien, Neuseeland, Südafrika und Nordamerika.

Gold wird Bestandteil des menschlichen Lebens

Man kann davon ausgehen, dass der Mensch das Gold sehr schnell in Gebrauch nahm. Bereits im alten Testament findet man Hinweise auf Gold und goldene Gegenstände. Auch die alten Schriftsteller wie Herodot, Homer und Diodorus kannten Gold und erwähnten es als edelstes aller Metalle. In manchen Schriften wird die Aufwertung der Edelmetalle Gold und Silber, unter Zuhilfenahme von Tiegeln, erwähnt. Allerdings konnte man zur damaligen Zeit lediglich die unedlen Metalle von den edlen Metallen Gold und Silber trennen, jedoch nicht Gold von Silber. Diese beiden Edelmetalle lassen sich nur mit Hilfe von Salpetersäure und Schwefelsäure voneinander trennen, diese Formen der Säure wurden jedoch erst später entdeckt.

Erst im späten Altertum gelangen die ersten Fortschritte im technischen Bereich. Plinius beschreibt ein Verfahren namens „Amalgamation“ von Gold und Silber, welches der Technik aus dem 19. Jahrhundert sehr stark ähnelt.

Die Alchemisten

Nach dem Untergang des römischen Reiches erschien ein neues Verfahren, zur chemischen Bearbeitung der Edelmetalle: Die Goldmacherei. Sie beschäftigt sich ausschließlich mit dem Versuch, aus unedlen Metallen Gold herzustellen. Spricht man von der Goldmacher-Gilde, sind im Allgemeinen die Alchemisten gemeint. Diese sagenumwobenen Gelehrten gelten als Begründer ihrer Kunst. Auch König Hermes Trismagistos wird im Zusammenhang mit der Goldmacherei erwähnt.

Einen großen Beitrag zur Verbreitung und Pflege dieser Kunst leisteten die Araber. Sie haben den Umgang mit Edelmetallen von den Ägyptern übernommen und nach Spanien gebracht. Von dort aus wurde die Bearbeitungstechnik im Abendland verbreitet. Bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts glaubte man hartnäckig, dass sich aus unedlen Metallen Gold herstellen lasse. Führten diese Versuche auch nie zum gewünschten Ziel, so hatten sie dennoch durchaus nützliche Folgen: Die zahlreichen Untersuchungen der Metalle und Edelmetalle führten zu einem umfangreichen Wissen über deren chemische Zusammensetzung.

Die verschiedenen Formen des Goldes

Gold findet man überall auf der Welt. Sogar in Meerwasser wurden winzige Mengen Gold nachgewiesen (0,9 mg/Tonne). Die natürliche Form des Goldes ist die sogenannte „vererzte Form“. Reines Gold findet man in der freien Natur allerdings nicht. Der Reinheitsgrad der Goldfunde liegt bei 60% bis 99%, jedoch niemals bei 100%. Häufig findet man Gold mit Silber gemischt vor, allerdings gibt es auch andere Mischformen von Metallen und Edelmetallen. Am häufigsten wird Gold vermischt mit Eisen, Kupfer, Quecksilber, Blei, Wismut, Platin, Palladium, Osmium, Iridium und Rhodium gefunden.

Je nach Fundort unterscheidet man die verschiedenen Goldvorkommen in Berggold, Waschgold oder Seifengold.

Das Berggold

Berggold findet man bevorzugt in Quarzgängen, in Kristallen, in Blechen und Blättchen vor. Goldsprengungen findet man auch in Serpentinen und Dioriten. Es ist sehr dehnbar und äußerst geschmeidig. Im Rohzustand erkennt man Berggold an einem sogenannten gebogenen Bruch („hakig“) und an seiner goldenen Farbe, die bis hinein ins Messing-Gelb reichen kann. Es ist relativ leicht schmelzbar und kann im sogenannten Königswasser (Salpetersäure) gelöst werden.

Waschgold oder Seifengold

Seifengold findet man wie bereits erwähnt nur in sekundären Lagerstätten, wie beispielsweise Flussläufen. Daher hat es auch den Namen Waschgold. Man findet es in Form von Staub, Körnern, kleinen Blättchen oder größeren Stücken und in der Regel in Begleitung von unter anderem Quarzsand, Ton, Chlorit oder Glimmer. Diese Form des Goldes ist meistens sehr rein und weist eine raue Oberfläche vor. Große Klumpen Gold nennt man auch Nuggets, Waschgold-Nuggets sind meist tropfenförmig und erscheinen wie geschmolzenes Gold. Man geht davon aus, dass dies mit der im Wasserlauf erlittenen Reibung zusammen hängt.

Auch in Deutschland findet man Waschgold, wenn auch nur in sehr geringen Mengen. Die häufigsten Fundorte sind der Rhein, der Thüringer Wald und das Fichtelgebirge. Größere Mengen Gold findet man in sogenannten Goldkiesen vor. Goldkies ist in der Regel eine Verbindung aus Gold mit Schwefel, Kupfer, Arsen oder Zink. Ist Gold jedoch mit Tellur verbunden, spricht man von Golderz. Diese unterschiedlichen Arten von Goldvorkommen strömen alle in die jährliche Goldproduktion ein. Goldwaschen in Deutschland ist eine beliebte Freizeitaktivität und wird auch gerne von Schulen zur Veranschaulichung der Theorie unternommen.

Video zum Thema Goldwaschen, so funktioniert es:

Historische Fundorte

Bereits im Altertum wird von verschiedenen Goldgewinnungsstätten berichtet. Leider kann man nicht alle Fundorte geografisch klar zuordnen. Man findet bereits im Alten Testament das sogenannte „Goldland“ namens Ophir. Aus Ophir soll Salomo seine Schätze bezogen haben und man vermutet, dass auch die Schätze der Pharaonen dort ihren Ursprung hatten. Es könnte sich hierbei um die Goldbergwerke Nubiens und Äthiopiens gehandelt haben.

Von den Athenern ist überliefert, dass sie ihr Gold aus den Minen von Thrakien, Thessalien und der Insel Thasos bezogen haben sollen. Die Römer hingegen suchten ihr Gold in Illyrien, wo sie eine überaus ergiebige Goldquelle fanden.

In Spanien und insbesondere in Andalusien führte man sehr früh die sogenannte „hüttenmännische“ Goldgewinnung ein. Hierbei handelt es sich um eine industrielle Anlage, in der aus Erzen Metall gewonnen wird. Man spricht auch von einem Hüttenwerk. Die Phönizier waren es schließlich, die das Gold von dort aus in den Handel brachten.

Die historischen Fundorte sind heute alle längst erschöpft. Sogar die etwas modernen Goldfundorte der neueren Geschichte geben heute kein Gold mehr preis, sowohl die spanischen aus dem 16. Jahrhundert, als auch die Fundorte Amerikas aus dem 18. Jahrhundert führen kein Gold mehr. Selbst die einst so reichen Minen Brasiliens sind heute kaum noch Bestandteil der jährlichen Goldförderungsmenge.

Moderne Goldförderung in Europa und Deutschland

Die in Europa geförderte Goldmenge ist heute auf dem internationalen Markt recht gering und unbedeutend. Zu den größten Goldvorkommen Europas gehören die rumänischen. Hier wurde ein Tagebau in Roșia Montană geplant und konstruiert, jedoch im Jahr 2007 stillgelegt. Dieses Bergwerk wäre das größte Goldbergwerk Europas, würde es nicht aus ökologischen Gründen ruhen. Man findet zwei weitere stillgelegte Goldminen in Bulgarien, hier wurde in den Jahren 1939 bis 1974 Gold gefördert. Derzeit wird in Schweden eine Goldader erkundet.

Auch in Deutschland findet man heute noch kleine Mengen Gold. Im Goslarer Rammelsberg wurde lange Zeit Gold abgebaut, sowie im nordhessischen Korbach und im thüringischen Reichmannsdorf. Seit dem Jahr 2008 gibt es nur noch einen einzigen deutschen Goldproduzenten, die Holcim-Gruppe. Sie nutzt ein Kieswerk in Rheinzabern, wo sie Waschgold fördert.

Im 18. und 19. Jahrhundert fand man in Deutschland auch noch im Fürstentum Waldeck am Eisenberge und bei Goldkronach im Fichtelgebirge Gold. Besonders der Rhein führte größere Mengen Gold. In den Jahren 1804 bis 1852 wurde in Baden Gold aus dem Fluss gewaschen und anschließend verquickt (mit Quecksilber behandelt). Das sogenannte Rhein-Gold besteht aus Feingold und Feinsilber und ist Grüngold. Es wurde nach der Förderung in der Karlsruher Münzstätte abgeliefert, wo es verarbeitet wurde.

Goldförderländer mit geringem Goldgewinn

England, Norwegen und Schweden fördern Gold, allerdings in sehr geringen Mengen. Im asiatischen Bereich ist es vor allem das russische Sibirien und der Ural, welche Gold gewinnen. Doch auch in der asiatischen Türkei, Rumänien, Syrien und Kleinasien findet man zahlreiche Flüsse, die Gold führen. Der kleine Fluss Pactolus in Lydien ist auf Grund seines Goldreichtums schon lange bekannt. Die historische Überlieferung sagt, der Fluss sei „über goldenen Sand“ geflossen.

Auch der afrikanische Kontinent führt und fördert Gold. Diese Tatsache verschaffte der Westküste den Namen Goldküste. Doch man findet nicht etwa an der Goldküste das meiste Gold Afrikas: In Kurdufan und in Transvaal wird das meiste afrikanische Gold gefördert.

Goldförderung in Amerika

Nordamerika rangiert auf einem höheren Rang der Gold schürfenden Ländern. Südamerika hingegen bietet nicht genug Kapital im Bereich der Goldförderung, sodass es weit hinter Nordamerika liegt. Neben verschiedenen Gebieten der Vereinigten Staaten liefert vor allem Kalifornien eine reiche Ausbeute an Gold. Zeitweise nutzte man noch ein Goldlager im Tal des Flusses Klondike. Die Goldmenge in diesem Fluss stellte alle anderen amerikanischen Fundorte in den Schatten.

Victorianischer Goldrausch ab 1850 in AmerikaBIld: Ballarat, Goldgräber Stadt um 1850 in den USA, Bundesstaat Victoria

Im Jahr 1851 entdeckte man gleich mehrere ertragreiche Goldfundorte: In Kalifornien und im damals noch besetzten Australien, hauptsächlich in der Kolonie Viktoria. Nach den Veröffentlichungen des Münzamts-Direktors der Vereinigten Staaten stellt sich die gesamte Goldproduktion im Jahre 1897 folgendermaßen dar:


Die Gesamthausbeute wurde auf 357.000 kg mit einem heutigen Wert von etwa 500 Millionen Euro veranschlagt.

Die größten Goldförderer der Erde

Die erste Stelle unter den Gold produzierenden Ländern nimmt Afrika ein. Daran schließen sich die Vereinigten Staaten und Australien an. Zu nennen wäre noch Russland, Mexiko, Ostindien und Kanada. In den letzten Jahren dürfte sich die Gesamtproduktion an Gold wohl noch beträchtlich angehoben haben.

Die alte Fördertechnik

Der weitaus größte Teil der riesigen Goldmengen, welche jährlich in Australien, Kalifornien, Südafrika und den anderen Hauptförderländern gewonnen wurden, wurde als Waschgold durch ein Schlammverfahren, welches man als Goldwäscherei bezeichnet, aus der goldhaltigen Erde oder dem Sand heraus gewaschen. Die Vorrichtungen, deren man sich dazu bediente, wechseln je nach den zur Verfügung stehenden Mitteln von einem Schöpfgefäß, auf dem der goldene Sand mit Wasser übergossen wird, sowie einer wiegen-artigen Vorrichtung, bis zu technischen Apparaten und Maschinen. Durch das längere Schwemmen mit Wasser werden erst die leichten, dann die schweren Mineralteile fortgeführt, bis schließlich ein Sand übrigbleibt, der neben Mineralien von hohem spezifischem Gewicht das Gold enthält. Mit Hilfe von Quecksilber wurde der Amalgamationsprozess eingeleitet, womit die Neben-Mineralien vom Gold getrennt werden. Anschließend wird das Metall noch gepresst und verdampft, bis das Gold beinahe rein ist.

Die klassische Extraktion einer Lösung

Mit Hilfe dieser Methode versuchte man im 19. Jahrhundert die Gesamtmenge an Gold aus einer mineralischen Verbindung zu extrahieren. Beim sogenannten Amalgamationsverfahren, das man zuvor anwendete, konnten nämlich nicht alle Goldteile gewonnen werden. Das Lösungsverfahren nutzte bestimmte Flüssigkeiten zur Bearbeitung von Goldsand oder Golderzen. Die unterschiedlichen Flüssigkeiten enthielten Teilchen, die in der Lage waren, das Gold in eine lösliche Verbindung zu führen. Ein Beispiel hierfür ist Chlorgas. In Wasser aufgelöst und mit den Golderzen in Verbindung gebracht, wandelt es Gold in Goldchlorid, welches wasserlöslich ist.

Eines der vorteilhaftesten Lösungsverfahren ist das sogenannte „Cyan-Verfahren“, wobei der Goldsand mit sehr verdünnter Cyankaliumlösung ausgelaugt wird. Aus dieser wird das Gold durch einen galvanischen Prozess gewonnen.

Das Berggold wird auf gleiche Art gewonnen wie das Waschgold, nur muss das Erz erst durch Pochen und Stampfen zerkleinert werden, bevor es bearbeitet werden kann.

Als Nebenprodukt wird das Gold auch aus Mineralien gewonnen, welche neben andern Metallen kleine Mengen Gold enthalten. Aus solchen stellt man zunächst das Rohmetall her, beispielsweise Blei oder Kupfer, und gewinnt daraus durch das sogenannte „Abtreiben“ die Edelmetalle.

Feingold oder reines Gold?

Das nach den beschriebenen Gewinnungsmethoden erhaltene Gold und das im Handel erhältliche, ist allerdings kein reines Gold. Jedenfalls nicht im Sinne des Chemikers. Es enthält immer noch geringe Beimischungen von anderen Metallen, beispielsweise Silber, Platin oder Kupfer.

Für gewisse Zwecke, zum Beispiel zur Gewinnung von Präparaten zur galvanischen Vergoldung ist es notwendig, völlig reines Gold herzustellen. Dazu verwendete man im 19. Jahrhundert meistens Bruchgold, das in der Regel Silber, Kupfer oder Cadmium enthält. Man teilte es in möglichst kleine Stückchen und übergoss es in einem Glasballon zu gleichen Teilen mit Wasser, dem man die vierfache Gewichtsmenge einer Mischung aus zwei Teilen konzentrierter Salzsäure und einem Teil konzentrierter Schwefelsäure hinzufügte. Nach mehreren Tagen, in denen man die Mischung ruhen ließ, war das Gold gelöst und alle anderen Metalle, wie beispielsweise Silber nur noch ein weißes Pulver, nämlich Silberchlorid.

Das Ganze wurde anschließend in einer Porzellanschale langsam in einem Windofen erhitzt, ohne es jedoch zu kochen. Die Hitze sollte lediglich die überschüssige Säure verdampfen. Die restliche Lösung, die nicht verdampft war, wurde wiederum in sehr viel Wasser aufgelöst, das Silberchlorid abfiltriert und mit Eisenvitriol versetzt. Das Ergebnis war ein schweres, glanzloses Pulver, welches sich in der Flüssigkeit absetzte. Man erkannte es an seiner braunen Farbe. Es sank regelrecht zu Boden und konnte dadurch sehr gut gefiltert werden. Anschließend wurde es mit heißem Wasser gewaschen, welches einen geringen Teil Säure enthielt. Danach konnte es getrocknet werden, um es anschließend mit Borax (Natriumborat) zu schmelzen.

Reines Gold

In reinem Zustand kristallisiert das Gold und zeigt die charakteristische, hoch-gelbe Farbe, die man als goldgelb bezeichnet. Das durch chemische Fällung aus einer Lösung erhaltene Pulver ist vollkommen glanzlos und braun, aber unter dem Mikroskop erkennt man die kristallinische Beschaffenheit der einzelnen Teilchen. Bearbeitet man solches Goldpulver mit dem Polierstahl, so nimmt es die Farbe und den Glanz des geschmolzenen Goldes an. Der Klang des Goldes ist dumpf, da es nur wenig elastisch ist. In reinem Zustand ist es weicher als Silber, jedoch etwas härter als Zinn. Was die Dehnbarkeit betrifft überragt es alle übrigen Metalle weit, denn es lässt sich bis auf 0.00009 mm dünne Blättchen ausschlagen. Bei einer Dicke von 0.00109 erscheint es blau oder grün durchscheinend. Eine Vergoldung von 1/432.000.000 mm Dicke zeigt unter dem Mikroskop keine Risse. Ein Gramm reines Gold kann man zu einem Draht von 166 m Länge ausziehen.

Das Schmelzen von Gold

Zum Schmelzen von Gold benötigt man eine Temperatur von 1030° C. Gold ist somit etwas schwerer schmelzbar als Silber, aber leichter als Kupfer. Beim Schmelzen leuchtet es grünlich. Das Gold gehört zu den feuerbeständigen Metallen, da es beim Schmelzen weder oxydiert, noch verflüchtigt. Nur bei sehr hohen, außergewöhnlichen Hitzegraden verflüchtigt es sich, weshalb man es fast immer in Schornsteinruß der Goldschmelzofen findet. Zwischen den Polen einer starken, elektrischen Batterie kann es ebenfalls verflüchtigt werden.

Da sich Gold unter gewöhnlichen Umständen nicht direkt mit Sauerstoff verbindet, verändert es sich bei keiner Temperatur und weder in feuchter, noch in trockener Luft. Brom und Chlor-Wasser lösen es schon bei gewöhnlicher Temperatur, wobei Goldbromid und Goldchlorid entsteht. Das wichtigste Lösungsmittel des Goldes, welches allein technisch angewendet wird, ist das Königswasser. Gegenüber Silber, verbindet sich Gold auf trockenem Wege nicht mit Schwefel. Man kann es daher dem Einfluss des Schwefelwasserstoffes aussetzen, ohne dass es seinen Glanz verliert.

Aufbau einer Anlage zur Scheidung von Gold und Silber in einer Scheideanstalt:


Die historische Silbergewinnung

Genau wie Gold war auch Silber schon in vorgeschichtlicher Zeit bekannt und ist in Gräbern aus jener Periode gefunden worden. Dies liegt unter anderem daran, dass das Silber nicht besonders selten in gediegenem Zustand gefunden wird. Man findet Silber in Formen, welche an und für sich schon die Aufmerksamkeit auf sich ziehen mussten, beispielsweise in blech-, draht und bäumchenförmiger Gestalt. Außerdem lässt sich Silber leicht aus gewissen Erzen ausscheiden, denn es reicht schon, das Erz stark zu erhitzen, um Silber daraus zu gewinnen.

Die historische Silberverwendung

Silber hat schon in ältester historischer Zeit eine besonders große Rolle als Münzmaterial gespielt. Als solches war es in Ägypten nach biblischen Berichten schon zur Zeit des ägyptischen Joseph im Umlauf. Auch bei den alten Kulturvölkern Afrikas und Westasiens wurde es als Zahlungsmittel verwendet. Bereits in den alten Zeiten berichtete man von bedeutenden Preisschwankungen des Silbers. Nach den Angaben des Plinius waren die reichsten Silbergruben in Indien, aber auch die äthiopischen und nubischen, sowie die griechischen Silberbergwerke lieferten gewaltige Schätze. Vor allem besaß Spanien damals reiche Silberbergwerke, deren Ausbeutung Hannibal die Mittel zur Kriegführung gegen die Römer verdankt haben soll. Spanische Silberbergwerke kamen erneut im Mittelalter in Betrieb und waren teilweise im Besitz des berühmten Augsburger Kaufhauses der Fugger. In Österreich lieferte Böhmen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein die reichste Ausbeute an Silber.

In Deutschland werden die sächsischen Silbergruben seit dem 12. Jahrhundert ausgebeutet. Die Entdeckung Amerikas brachte die mexikanischen und peruanischen Silbergruben in den Besitz Spaniens, dem seine „Silberflotten" von dort ungeheure Schätze zuführten. Seit 1860 liefert Nevada in Amerika große Mengen Silber.

Die Form des natürlichen Silbers

Das natürliche Silber kommt entweder in Würfeln oder Oktaedern kristallisiert vor. Zum Teil ist es haarförmig oder moosähnlich. Gelegentlich hat es die Form von Blechen oder Platten. Natürliches Silber ist geschmeidig, biegsam und dehnbar. Sein Bruch ist hakenförmig und silberweiß bis gelb oder braun. Teilweise ist das Silber schwarz angelaufen. Wie bereits erwähnt ist es leicht zu schmelzen und löst sich in Salpetersäure.

Neben der natürlichen, also gediegenen Form von Silber, findet man es auch in Silbererzen vor. Sie bilden den Hauptbestandteil der weltweiten Silbervorkommen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Schwefelsilber (80% Silberanteil), Rotgültigerz (oder auch Proustit mit 60% Silberanteil) und Weißgültigerz (30% Silberanteil).

Die Silbergewinnung im 19. Jahrhundert

Die Gewinnung des Silbers aus Silbererzen wurde in unterschiedlicher Weise bewerkstelligt. Die erste vorbereitende Maßnahme war eine sehr sorgfältige Handverlesung der Erze. Sie wurden sortiert, zerkleinert und geschwemmt. Daraufhin folgte ein sehr kompliziertes Verfahren, wobei man entweder Werkblei herstellte oder das Silber in Silberchlorid umwandelte. Werkblei entsteht durch ein längeres Brennverfahren, wobei alle anderen Metalle heraus gebrannt werden. Nutzt man das Silberchlorid, löst man den Silberanteil mit Hilfe von Quecksilber heraus. Diesen Vorgang nennt man Amalgamation.

Das Auswaschen von Silber

Die empfehlenswerte aber heute veraltete Methode der Silbergewinnung ist das Auswaschen. Es ermöglicht die vollständige Aufbringung des Metalls aus den Erzen. Es gibt sehr verschiedene Verfahren, die im Prinzip darauf beruhen, das in den feingemahlenen Erzen enthaltene Silber durch chemische Lösungen auszuziehen. Durch die Verbindung des nassen Verfahrens mit der Elektrolyse kann man dann aus der Flüssigkeit das Silber sofort, in fast chemisch reinem Zustand, auf einem in das Bad getauchten Silberblech herauslösen.

Silber ist außerordentlich gut zu polieren, da es kristallisiert in Würfeln oder Oktaedern vorkommt. Es ist weicher und etwas weniger fest als Kupfer, dagegen etwas härter und fester als Gold. Zusätzlich ist Silber das dehnbarste Metall, es lassen sich 0.8 g zu einem Draht von 125 m Länge ausziehen. Auch kann man es in Blättchen von 0.00001 Zoll Dicke verdünnen. In diesen ganz dünnen Lagen ist es mit bläulich-grünem oder gelblich-blauem Licht durchsichtig. Seine Härte wird übrigens schon durch ganz geringe Beimischungen anderer Metalle stark gesteigert.

Bei gewöhnlicher Temperatur oxydiert es nicht, weder in der Luft noch im Wasser, dagegen bildet sich bei höherer Temperatur ein flüchtiges Oxyd. Kommt es mit schwefelhaltigen Ausdünstungen in Berührung, dann wird seine Farbe braun oder schwarz, da sich Schwefelsilber bildet. Läuft also Silber in der freien Luft an, so ist dies nicht dem Sauerstoff, sondern dem in ihr enthaltenen Schwefelwasserstoffgas zuzuschreiben, welchem es den Schwefel entzieht.

Bei sehr hohen, durch Knallgasgebläse oder galvanische Ströme erzeugten Temperaturen, verflüchtigt sich das Silber und brennt mit blass-blauer Flamme. Das Silber löst sich in Salpetersäure leicht auf, besonders wenn diese etwas erwärmt wird. Von anderen verdünnten Säuren wird das Silber nicht angegriffen. Heiße Salpetersäure löst das Silber unter heftigem Aufbrausen, wobei sich Stickstoffmonoxid entwickelt. Auch kochende konzentrierte Schwefelsäure löst es unter gleichzeitiger Entwickelung schwefliger Säure.

Wenn reines Silber sehr lange in der Erde liegt, überzieht es sich mit Silberchlorid und wird brüchig. Der Bruch ist dann körnig, kristallinisch und stark glänzend. Bei Berührung mit Schweiß „erblindet" Silber, daher es bedeckt sich mit Silberchlorid, welches aber durch Ammoniak leicht entfernt werden kann.

Feinsilber

Das sogenannte Feinsilber des Handels enthält meist nicht unwesentliche Mengen von Kupfer oder Zinn. Für manche Zwecke, beispielsweise galvanische Versilberungen, ist es wesentlich, chemisch reines Silber zu erhalten. Man wandelt zu diesem Zweck das Metall in Silberchlorid um, filtert und trocknet es und schmilzt es unter Zusatz verschiedener Mittel ein. Auch das schon erwähnte Verfahren der Silbergewinnung aus Lösungen, in denen es neben andern Metallen enthalten ist, durch den galvanischen Strom kann zur Erzeugung ganz reinen Silbers verwendet werden, da man auf diese Art selbst aus sehr dünnen Lösungen von Silber-Salzen die Gesamtmenge des darin enthaltenen Silbers ausscheiden kann.

Kupfer

Neben Gold und Silber muss auch das Kupfer, welches in den für Schmuck gebräuchlichen Legierungen eine wesentliche Rolle spielt, erwähnt werden. Es kommt auf der Erde gediegen in großer Menge vor. Man findet es in Form von Platten, baumförmig und gesprengt. Noch wichtiger und verbreiteter ist sein Vorkommen in den Kupfererzen. Kupfer hat eine hellgelbe bis rote Farbe. Die tiefere Röte, die man unter der Bezeichnung Kupferrot kennt, ist ein dünner Überzug von Kupfer-Oxid. Das Kupfer ist sehr zäh und dehnbar, lässt sich schweißen und sehr gut polieren. Es schmilzt schwerer als Silber und leichter als Gold. Es dehnt sich beim Schmelzen aus, fließt in der Hitze dünn und zeigt dabei eine grüne Farbe. Das Kupfer löst sich leicht in starker und in verdünnter Salpetersäure, sowie in heißer, verdünnter Schwefelsäure. In feuchter Luft überzieht es sich mit Grünspan, bei starkem Erhitzen spielt es anfangs in den Regenbogenfarben und wird später schwarz. Die wichtigsten Legierungen des Kupfers mit unedlen Metallen sind vor allem Messing und Nickel.

Aluminiumbronze und Platin

Aluminiumbronze ist eine Legierung von Kupfer und Aluminium. Je nach seiner Zusammensetzung zeigt es eine große Ähnlichkeit mit Gelbgold oder Rotgold.

Platin, das neben Silber und Gold auch eine große Bedeutung für die Schmuckindustrie erlangt hat, kommt in klein-körnigen Erzstücken vor, in Verbindung mit Sand und verschiedenen anderen Materialien, den sogenannten Platinmetallen. Seine Farbe liegt zwischen stahlgrau und zinnweiß. Sein Glanz ist geringer als der des Silbers. Platin lässt sich gut verarbeiten, man kann es zu dünnem Blech auswalzen und zu feinem Draht ausziehen. Zu ganz feinem Draht kann allerdings nur chemisch reines Platin verarbeitet werden. In Bezug auf die Bearbeitungsfähigkeit kommt Platin hinter Gold, Silber, Kupfer und Zinn, in Bezug auf die Dehnbarkeit aber direkt hinter Gold und Silber. Licht und Feuchtigkeit lassen Platin unverändert. Auch wird es durch einfache Säuren, selbst im konzentriertesten Zustand, nicht angegriffen. Als Lösungsmittel dient in der Regel Königswasser. Platin wird in der Schmuckindustrie weniger als Bestandteil einer Legierung, als in Reinform zur Herstellung von Einzelteilen an Schmuckstücken verwendet, auf Grund seiner Farbe und seiner Beständigkeit.