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Eine Affinerie ist ein spezialisierter Betrieb, in dem Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin oder Palladium gereinigt, getrennt und auf einen hohen Feingehalt gebracht werden. Vereinfacht gesagt: Aus gemischtem, verunreinigtem oder legiertem Material wird möglichst reines Edelmetall gewonnen.
Für den Goldankauf ist dieser Prozess besonders wichtig. Denn Schmuck, Zahngold, Bruchgold oder industrielle Edelmetallreste bestehen selten aus reinem Gold. Meist enthalten sie weitere Metalle wie Silber, Kupfer, Palladium oder Platin. Erst durch eine fachgerechte Analyse und Aufbereitung lässt sich zuverlässig feststellen, wie viel Edelmetall tatsächlich enthalten ist.
Eine Affinerie bereitet edelmetallhaltige Materialien auf, analysiert deren Zusammensetzung und trennt die enthaltenen Metalle voneinander. Ziel ist es, Gold, Silber, Platin, Palladium oder andere Edelmetalle in möglichst reiner Form zurückzugewinnen.
| Material | Bedeutung für die Affinerie | |
|---|---|---|
| Altgold und Bruchgold | enthält je nach Legierung unterschiedliche Goldanteile | |
| Zahngold und Dentallegierungen | kann Gold, Silber, Platin oder Palladium enthalten | |
| Schmuckreste | oft gemischt mit Kupfer, Silber oder anderen Metallen | |
| Silberbesteck und Silberwaren | meist 800er, 835er oder 925er Silber | |
| Industrieware | Edelmetallreste aus Elektronik, Katalysatoren oder Produktion | |
| Barren und Münzen | werden geprüft, bewertet und ggf. eingeschmolzen |
Bei der thermischen Aufbereitung werden die Edelmetalle verascht, geschmolzen und getrocknet. Falls Rohstoffe angeliefert werden, die Restfeuchte enthalten, werden diese als erstes getrocknet. Danach werden die Rohstoffe werden in die Veraschungsanlage gegeben, wo sie verbrennen. Alle Nicht-Metalle veraschen bei Temperaturen um 1.200° Celsius. Rückstände aus der Elektroindustrie, wie Edelmetallpasten in Dosen, Schlämme, Folien und Wischtücher mit Edelmetallhaftungen können so besonders gut entfernt werden. Die Abgase, die bei der Veraschung entstehen, werden umweltgerecht entgiftet und zurückgebliebene Gefahrenstoffe werden fachgerecht entsorgt.
Danach werden die übrigen Metallegierungen bei 1.800° Celsius von einer induktiv betriebenen Anlage eingeschmolzen. Daraus werden Proben entnommen, um den genauen Edelmetallgehalt festzustellen. Die verschiedenen Metalle werden dann durch ihre unterschiedlichen Gewichte und Härtungspunkte getrennt, und es werden elektrolytische und nasschemische Verfahren eingesetzt.
Bei diesem Verfahren wird das Edelmetall geschreddert, gemahlen und dann gesiebt. Das passiert entweder vor oder nach der thermischen Aufbereitung. Durch Zerkleinern und Durchmischen wird das Recyclingmaterial homogenisiert. Für diesen Vorgang werden Spezialschredder, Schneidgranulatoren, Hammermühlen, Siebkugelmühlen, Mischaggregate, Magnetseperatoren und Siebsysteme verwendet. Welche Technik für die mechanische Aufbereitung eingesetzt wird, entscheidet sich durch die Größe der einzelnen Teile und nach dem Material. Teilweise wird die Zerkleinerung in vielen Etappen durchgeführt, bis die Kugelmühlen eingesetzt werden, die Körner mit 0,6 Millimeter Durchmesser herstellen können. Auch bei dieser Form der Aufbereitung werden Proben genommen, um den genauen Wertstoffgehalt festzustellen.
Nach diesen Aufbereitungsverfahren beginnt die Arbeit im Probelabor. Hier werden die Edelmatalle gemischt, feingemahlen und homogenisiert, damit der exakte Edelmetallgehalt bestimmt werden kann. Um die Feinanalyse durchzuführen werden Korngrößen von 0,125 bis 0,2 Millimeter Durchmesser hergestellt und dann wieder homogenisiert. Das entstandene Pulver wird dann im Feinlabor analysiert. Dazu wird eine spezielle Software verwendet, die den genauen Edelmetallgehalt bestimmt. Dieser ist essenziell als genaue Abrechnungsgrundlage beim Verkauf des Edelmetalls.
| Begriff | Erklärung | |
|---|---|---|
| Affinerie | Betrieb zur Reinigung und Veredelung von Edelmetallen | |
| Scheideanstalt | trennt Edelmetalle aus Legierungen oder gemischten Materialien | |
| Raffinerie | allgemeiner Begriff für die Reinigung von Rohstoffen, z. B. auch Öl oder Metalle |
Um Legierungen, die schmelzbar sind, zu trennen, werden Kupfer- und Silberelektrolyseverfahren, sowie nasschemische Verfahren angewandt. Dadurch erhöht sich der Reinheitsgehalt der Metalle um ein Vielfaches. Falls eine Schmelzung danach nicht möglich ist, wird die Naturaltrennung angewandt. Dabei wird das Edelmetall gefiltert, ausgefällt und gewaschen.
Beim Gekrätzverfahren wird die edelmetallhaltige Asche, die im Verbrennungsofen entstanden ist, durch den Schmelzprozess oder durch nasschemische Verfahren voneinander getrennt.
In einer Affinerie werden hauptsächlich Barren, Münzen und Halbzeug hergestellt. Als Halbzeug bezeichnet man zum Beispiel Scharniere, Rohre, Drähte, Bleche und Stangen. Diese werden dann der Industrie zur Verfügung gestellt. Die verwendet sie dann zur Herstellung von Schmuck, in der Medizintechnik und in der Fahrzeug- und Elektroindustrie. Dafür werden spezielle Edelmetall Legierungen hergestellt und durch Zieh-, Gieß- und Glühtechniken in die passende Form und Härte gebracht. Diese Halbzeuge werden ebenfalls in hauseigenen Labors auf Faktoren wie die richtige Oberfläche, Härte und passende Metallgefüge geprüft.
Die hergestellten Gold-, Silber-, Platin- und Palladiumbarren werden nach Tagespreis am Spotmarkt verkauft. Mittlerweile werden auch Combi- bzw. Tafelbarren hergestellt, die aus verbundenen 1 Gramm Goldbarren oder Silberbarren bestehen, die über Sollbruchstellen verbunden sind. Diese Tafeln werden in der Größe DIN A8 oder DIN A7 angeboten.
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