Wie funktioniert eine Goldwaschanlage?

Goldwaschen ist für viele Enthusiasten ein Hobby und eine Freizeitbeschäftigung. Für andere ist das Goldwaschen und die Suche nach dem Edelmetall dagegen ein echter Broterwerb - mit dem der tägliche Lebensunterhalt bestritten wird. Mit dem klassischen Bild vom Goldsucher, der knietief im Wasser steht und mit der Waschpfanne arbeitet, hat deren Alltag wenig zu tun. Überall dort, wo größere Mengen Sediment bewegt werden müssen, kommen heute moderne Goldwaschanlagen zum Einsatz.

Wie sehen diese aus? Und wie funktioniert eine Goldwaschanlage? Grundsätzlich soll es an dieser Stelle vor allem um Anlagen gehen, die Lockergesteine verarbeiten und ohne den Einsatz von Chemikalien auskommen. Egal, wie groß die Goldwaschanlagen dieser Gruppe sind - deren Funktionsprinzip ist relativ ähnlich.

Funktion einer Goldwaschanlage - der Überblick

Im Mittelpunkt steht die hohe Dichte des Edelmetalls Gold von 19,32 g/cm3. Diese macht es möglich, dass eine Goldwaschanlage taubes Gestein allein durch die Gravitation von den Wertmineralen trennt. Im Grunde geht die Goldwaschanlage nach dem gleichen Prinzip wie die alten Goldsucher vor. Mit einem Unterschied: Die einzelnen Arbeitsschritte werden maschinell zusammengefasst und erledigt. Im Allgemeinen geht es im ersten Arbeitsabschnitt um eine Abtrennung der groben Korngrößenfraktionen. Die Goldwaschanlage sorgt damit für eine zunehmende Konzentration des eigentlich für die Goldgewinnung interessanten Korngrößenspektrums. Am Ende steht ein goldhaltiges Konzentrat, das entweder klassisch über den Sichertrog (die klassische Waschschüssel), das vollautomatische Spiral Wheel oder im größeren Maßstab über Vibrationsstiche weiterverarbeitet wird.

Wie funktionieren Goldwaschanlagen im Detail

Die wesentliche Aufgabe der Goldwaschanlage besteht also einerseits in eine Korngrößentrennung und Konzentration des goldhaltigen Substrats (im Allgemeinen entspricht dies einem Korngrößenspektrum feiner als Kies). Gleichzeitig sorgt die großtechnische Anlage - zum Beispiel durch den Einsatz einer Trommel - für eine automatische Zerkleinerung größerer Sedimentbrocken. Bezüglich der Abmessung erreichen Goldwaschanlagen Breite-Länge-Höhen-Verhältnisse von wenigen Metern (in sehr einfachen Ausführungen) bis hin zu Dutzende Meter umfassende großtechnische Anlagen mit eigenen Abschlämmbecken.

Die Arbeit einer modernen Goldwaschanlage beginnt mit der Aufnahme des goldhaltigen Sediments sowie dessen Zerkleinerung/Vorsortierung durch eine Trommel. Über eine Schleuse kommt es zu einer weiteren Korngrößenfraktionierung, die mit Vibrationstischen fortgesetzt wird. Während die tauben Korngrößenfraktionen umgehend verhaldet werden, verarbeiten moderne Goldwaschanlagen das goldhaltige Konzentrat weiter.

Goldwaschanlage Video

Goldwaschanlagen im industriellen Maßstab

Welche Dimensionen eine für den industriellen Maßstab einsatzfähige Goldwaschanlage haben kann, lässt sich an den vier Videos deutlich erkennen. Die Animationen zeigen nicht nur, wie unterschiedlich die Anlagen konzeptioniert und welchen örtlichen Gegebenheiten sie angepasst werden können. Es wird dem Betrachter spätestens an dieser Stelle auch klar, welcher Aufwand hinter professionellen Goldwaschanlagen steckt. Dabei wird in den einzelnen Videos deutlich, wie individuell Goldwaschanlagen an die vor Ort herrschenden Bedingungen angepasst werden können. Es spielen hier aber nicht nur die geomorphologischen Voraussetzungen eine Rolle. Das Video „Alluvial Placer Mining Plant 1“ illustriert anschaulich den gesamten Arbeitsprozess (inklusive Sedimentaufbereitung mittels Trommel) einer Goldwaschanlage, in der das goldhaltige Substrat noch zerkleinert werden muss. Dem Betrachter wird eindrucksvoll gezeigt, dass Goldwaschanlagen in unterschiedlichen Environments mit verschiedenen Ausgangssubstraten arbeiten können.

Goldwaschanlagen selbst bauen - funktioniert das?

Eine Goldwaschanlage lässt sich - zumindest theoretisch - selber bauen. Das nötige Equipment können sich Goldsucher durchaus im Handel zusammensuchen und mit etwas handwerklichem Geschick zu einer funktionsfähigen Anlage kombinieren. Notwendig sind Siebe, Pumpen, Verschlauchungen, eine Goldwaschrinne und Behälter zum Auffangen des Konzentrats. Ab einem bestimmten Durchsatzvolumen sind dem Einsatz einer solchen Anlage allerdings Grenzen gesetzt. Zumal für die Konstruktion und den technisch einwandfreien Betrieb einer Goldwaschanlage ein gewisses Know-how erforderlich ist. Ein erster Schritt besteht darin, sich bezüglich der notwendigen Verarbeitungsleistung klar zu werden. Kleinere transportable Goldwaschanlagen schaffen pro Stunde Mengen von 1 Kubikmeter Sediment, im großtechnischen Einsatz ist das Volumen mit dreistelligen Tonnagezahlen deutlich größer. Anschließend geht es ans Selberbauen. Die hierfür nötigen Pläne werden teilweise im Internet angeboten, auf die man als technischer Laie zurückgreifen sollte, da Goldwaschanlagen nur dann funktionieren, wenn die Komponenten (Zerkleiner, Siebung, Konzentration über Rüttel-/Vibrationstisch und Separierung der Goldpartikel) reibungslos ineinandergreifen.

Goldwaschanlagen kaufen - wo und wie

Wer als Goldsucher nicht die Goldwaschanlage selbst bauen will, kann das Portemonnaie zücken - und sich Anlage kaufen. Die hierbei anfallenden Kosten schwanken erheblich und variieren von einigen hundert Euro bis zu Summen im sechsstelligen Bereich. Der Kauf einer kleinen Goldwaschanlage ist damit für den Hobbygoldsucher durchaus noch interessant. Ab einer gewissen Größenordnung wird das Equipment aber ausschließlich für professionelle Goldsucher und Bergbaufirmen (speziell im Bereich der Investitionskosten von mehr als 100.000 Euro) von Interesse sein.

Kleinere Goldwaschanlagen finden interessierte Goldsucher heute oft im Internet - auch über einschlägige Auktionsplattformen. Industriell arbeitende Anlagen müssen dagegen nicht auf das vorgesehen Operationsgebiet zugeschnitten werden. Diese Goldwaschanlagen kaufen Interessenten in der Regel direkt ab Werk beim Hersteller, der die Goldwaschanlage nach den Käufervorgaben plant. Darüber hinaus rangieren Minenunternehmen hin wieder alte Anlagen aus, die an anderer Stelle wieder eingesetzt werden können.

Hersteller von Goldwaschanlagen

Wer nach einer Goldwaschanlage sucht, hat in der Regel die Qual der Wahl. Gerade Anlagen kleinerer Dimensionen werden heute durch diverse Hersteller von Goldwaschanlagen im Internet beworben und angeboten. Die Investitionskosten liegen hier bei einigen hundert bis wenige tausend Euro. Sind dagegen große Kapazitäten für den Goldabbau gefragt - beispielsweise mit Trommel und Vibrationstischen, schrumpft die Zahl der Hersteller von Goldwaschanlagen. Deren Planung, Auslegung, Fertigung und Tests unter Praxisbedingungen setzt nicht nur Know-how, sondern auch finanzielle Mittel voraus. Eine Spezialisierung auf diesen Produktionsbereich wagen daher nur ausgesuchte Hersteller von Goldwaschanlagen.