Das Ziselieren brachte echte Kunststücke hervor

Hier verlangt die Metallarbeit künstlerische Meisterschaft. Leicht verführt der feine Ziselierstift in dem geschmeidigen Gold zu spielender Ausarbeitung und es hat zu allen Zeiten Liebhaber gegeben, welche sich an unwahrscheinlich klein ausgeführten Stücken freuten, auch aus dem Altertum wird uns als berühmtes Hauptwerk ein Viergespann genannt, das eine Fliege mit ihren Flügeln decken konnte. Die Ornamente an Dosen und Taschenuhren des vorigen Jahrhunderts sind nicht selten unter dem Vergrößerungsglas gearbeitet. Doch dies sind Ausnahmen. Das gesunde Handwerk hat im Gegenteil gestrebt, sich für seine Durchschnittsaufgaben das Ziselieren zu erleichtern durch Instrumente, Punzen, mit welchen man Linien, kleine Muster, Kreise, Sterne, Strichlagen in die Fläche einschlagen kann. Das Gravieren ist nur eine Art des Ziselierens; man bezeichnet damit das mittelst eines scharfkantigen Stahlstichels ausgeführte Eingraben von Strichen, welche eine selbständige Zeichnung auf dem Grunde bilden. Diese Zeichnungen sind genau so gearbeitet wie in der Platte eines Kupferstichs, lassen sich mit Druckerschwärze einreiben und als Bild abziehen und sind auch die Wurzel des Kupferdruckes. Um sie sichtbarer zu machen, reibt man schwarze Farbe in die Tiefen oder schmilzt Farbstoffe ein.